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Hlmrtes Myrte!,
Das Löschen des Kalkes zur Herstellung des WeiWucks.
1. Nachdem nun die Behandlungsart der Fußböden erledigtist, habe ich die Stückarbeiten zu erörtern. Dieß Material aber wirdentsprechend sein, wenn die auserlesenen Kalksteine lange Zeit vorher,ehe man sie braucht, gelöscht (durchwäffert) werden, damit, wennirgend ein Kalkstein im Ofen noch nicht genügend gebrannt ist, dieserin langwieriger Löschung durch die Feuchtigkeit vollkommen auszu-zählen gezwungen und gleichmäßig durchgearbeitet wird. Denn wennnicht vollständig gelöschter, sondern frischer Kalk genommen wird, sowird er, nachdem er, noch ungelöschte Kalktheilchen in sich bergend,angeworfen wurde, Bläschen auswerfen, weil diese Kalktheilchen, dasie nicht gleichmäßig gelöscht werden, erst am Gebäude sich auslösenund den Verputz zerklüften.
2. Wenn aber jenes Verfahren der Löschung angewandt unddie Sache sorgfältig vorbereitet ist, nehme man eine Mörtelscharre,und wie man den Mörtel anmacht, so bearbeite man den gelöschtenKalk in der Kalkgrube mit der Scharre. Wenn sich an dieselbe Kalk-theilchen anhängen, so wird er noch nicht gehörig fertig sein: undwenn das Eisen trocken und rein herausgezogen wird, so wird es an-zeigen, daß er kraftlos und dürstend sei; ist dagegen der Kalk fettund gehörig gelöscht, so wird er, rings an jenem Werkzeug wie Leimhängend, deutlich zeigen, daß er im besten Zustande sei. (III.) Dannaber errichte man die Gerüste und schreite zu den Deckengewölben inden Zimmern, wenn diese letzteren nicht mit kassettirten Flachdeckenversehen werden sollen.
Drittes Myrte!.
Anlage der gewölbten Decken, Stuck und Verputz.
1. Wenn es sich also um gewölbte Decken handelt, so befolgeman folgendes Verfahren: Man bringe Latten, vorzugsweise vonCypreffenholz, weil tannene durch Fäulniß und Alter schnell Schaden