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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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ber nachspürten, und so konnten sich die Alten bei dem bedeutendendadurch gewonnenen Verrath an Berggelb desselben sogar.zum Tün-chen bedienen.

2. Der Röthel ferner wird massenhaft an vielen Orten gewon-nen, der beste aber nur an wenigen, wie in dem pontischen Sinope,in Aegypten, auf den spanischen Balearen, nicht minder auch ausder Insel Lemnos, wo (dafür') Zoll zu erheben der Senat und dasrömische Volk den Athenern gestattet hat.

3. Das parätonische Weiß dagegen wird nur an dem Ortegegraben, woher es den Namen hat ^). Ebenso verhält es sich mitdem melischen Weiß, weil dieß das Haupterzeugniß eines Bergwerksauf der cykladischen Insel Melos sein soll.

4. Grüne Kreide ferner kommt an mehreren Orten vor, aberam besten zu Smyrna: diese aber nennen die Griechen Theodotion,weil derjenige Theodotos hieß, aus dessen Grund und Boden dieseKreidenart zuerst entdeckt worden ist.

5. Das Operment (Goldgelb), welches auf griechisch Arsenikonheißt, wird in Pontos gegraben. Der Sandarach (Röthlichgelb) ^)ferner kommt an mehreren Orten vor, aber der beste hat in Pontosganz nahe am Flusse Hypanis sein Bergwerk. fAn anderen Orten,wie an der Gränze des Gebietes von Magnesia und von Ephesus,.gibt es Plätze, wo er schon ganz fertig zugerichtet gegraben wird, sodaß er weder des Mahlens, noch des Siebens mehr bedarf, sondernso fein ist, als wie wenn er künstlich gestoßen und gesiebt wäre) A.

Achtes KuPtel.

Zinnober und Quecksilber.

1. Ich komme nun darauf, die Verhältnisse des Zinnobers ^)zu erklären. Dieß aber ist, wie berichtet wird, zuerst in den zu

Ich vermuthe, daß diese Ergänzung im Sinne liegt.

2) Parätonium, Stadt im ägyptischen Libyen.

6) Ebenso wie das Operment eine Arsenikfarbe mit Schwefel. Der letz-tere Zusah ist bei dem ersteren stärker.

4) Vgl. die Anm. zu Kap. 6.

5) Die Alten nannten das Minium, was wir Zinnober nennen, nämlich