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Des Vitruvius zehn Bücher über Architektur / übers. und durch Anmerkungen und Risse erläutert von Franz Reber
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ist, hinwegnimmt und in die Lust verflüchtigt, während die Bestand-theile, welche die schwersten, rauh und nicht wohlschmeckend sind, inden in der Ebene befindlichen Quellen zurückbleiben.

Merks Kuyrtel.

Regerrwaffer.

1. Es hat daher das Regenwasser gesündere Eigenschaften,weil es aus allen Quellen in deren leichtesten und zartesten Bestand-theilen ausgelesen wird und dann, nachdem es durch die Einwirkungder Lust gleichsam durchgesiebt ist, von den Sturmwinden flüssig ge-macht, aus die Erde kommt. Auch strömen die Regen nicht so häufigin ebenen Gegenden, als in Gebirgen und bei den Bergen selbst.Dieß geschieht deshalb: wenn die Dünste Morgens bei Sonnenauf-gang aus der Erde hervorgetreten und aufgestiegen sind, so verdrän-gen sie, gegen welchen Theil des Himmels sie sich auch richten mögen,dort die Lust und bekommen dann, wenn sie aufgestiegen sind, wegendes unter ihnen leerwerdenden Raumes strömende Luftwellen auchhinter sich. 2. Die Luft aber, welche allenthalben auf die Dünstedrängt, vermehrt durch die Kraft ihres Wehens auch die Heftigkeitder Windwellen. Wohin immer aber die aus den Quellen, Flüssen,Sümpfen und aus dem Meere sich zusammenballenden Dünste vonden Winden getrieben werden, von der Sonnenwärme werden sie ge-sammelt, ausgeschlürft und so als Wolken in die Höhe gehoben;wenn sie dann, von der Luftströmung getragen, an die Berge gelan-gen, lösen sie sich durch den heftigen Widerstand dieser, in Folge ihrereigenen Fülle und Schwere zu Wasser werdend, auf und ergießen sichso aus die Erde.

3. Daß aber Dampf, Nebel und Dünste aus der Erde ent-stehen, scheint darin seinen Grund zu haben, weil die Erde sowohlglühende Hitze, als heftigen Lusthauch, Kälte und eine große Wasser-masse in sich birgt. Sobald daher der in der Nacht abgekühlte Erd-kreis plötzlich von der aufgehenden Sonne berührt wird, erhebt sichauch das Wehen der Winde aus den Finsternissen, und aus den feuch-ten Gegenden steigen die Wolken in die Höhe: die Luft aber, dann