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fachen *). Andere, damit in Verbindung stehende und in derselbenWeise gezahnte Drehscheiben, die alle durch ein und dieselbe bewe-gende Kraft getrieben werden, bewirken durch ihre Drehung die ver-schiedenen Bewegungen, nach welchen Figuren sich bewegen, Kegel-säulen fich drehen, Kügelchen oder Eier fallen, Blasinstrumenteertönen, und andere Nebendinge mehr.
6. Bei diesen Uhrwerken sind die Stunden entweder aus einerSäule oder auf einem Pfeiler verzeichnet und eine von unten herauf-steigende menschliche Figur zeigt den ganzen Tag über mit einemStäbchen aus diese hin; die Abnahme und Zunahme der Stunden-lange muß durch das Einstecken oder Wegnehmen von Keilen fürjeden einzelnen Tag oder Monat erzielt werden. Der Verschluß zurRegulirung des Wassers muß so hergestellt werden: man lasse zweiKegel, von welchen der eine massiv, der andere hohl ist, drechseln,und zwar so, daß der erste in den letzteren sich hineinfügt und genaupaßt, und daß die Lockerung oder engere Zusammenfügung durch einenRegulatorstab entweder das Einschließen des Wassers in jene Gefäßelebhafter oder sanfter macht. So werden nach diesen Regeln undmit dieser durch Wasser in Bewegung gesetzten Vorrichtung Uhrwerkefür den Winter?) hergestellt.
1) Man denke sich in einem sich allmälig mit Wasser füllenden Botticheeinen deckelförmigen, gehöhlten Schild mit nach unten gekehrter Höhlung schwim-men und so angebracht, daß kein Hinundherschwanken, sondern nur bei regel-mäßig sich erhöhendem Wasserstande ein regelmäßiges Aufsteigen desselben mög-lich ist. An dem Scheitel dieses Schildes nun ist eine senkrechte Stange an.gebracht, welche selbstverständlich auch mit gehoben wird. Greift nun dieseStange, auf einer Seite ausgezahnt, mit ihren Zähnchen in die entsprechendenZähnchen eines Rades oder einer Scheibe ein, so setzt sie auch diese in Bewe-gung, die sich dann auch durch Bermittelung eines anderen gezahnten Radesauf eine zweite mit Zähnchen versehene Stange fortsetzt, die an ihrem oberenEnde eine Figur trägt, welche mit einem Stäbchen auf eine Säule zeigt. Andieser aber sind von unten bis oben die Stundenzaksten verzeichnet. Je höhersich also die Figur hebt, eine desto vorgerücktere Stunde wird ihr Stab zeigen.
2) Die Verschiedenheit der Stundenlänge im Winter und im Sommermachte bei solchen Wasseruhren noch eine weitere sehr kitzliche Zuthat nöthig.ES mußte nämlich der Wasserzufluß modificirt werden, was nur durch allmä»lige Verengerung und wieder Erweiterung des MündungSlvcheS geschehen konnte.Dieß scheint mit einem doppelten Keil oder Kegel geschehen zu sein, nämlich