Band 
Zweiter Band.
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221
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Aus dem Balladenschah

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11. Jarl Jrold vor den König schritt.

Hoch war sein Helmbusch und keck sein Tritt.

12. Sein Schwert an den Boden er rasselnd stieß.

Sein Wort er zornig erschallen ließ:

13.Wir wollen nicht sitzen und Spindeln drehn.

Mit dem Normannsschwert nicht Hafer mähn.

14. Wir wollen furchen, wie Harald tat,

Mit dem schwarzen Segler den feuchten Pfad.

15. Wir wollen tragen, wie Rollo trug,

Auf Südlands Acker den Nordlandspflug.

16. Wir sind des Königs müd und satt,

Der immer das Schwert in der Scheide hat.

17. Wir sind des Königs satt und müd,

Der Unkraut jätet und Rüben zieht.

18. Und wer will zähmen des Normanns Blut,

Der halte das Schwert und halte es gut!"

19. Jarl Jrold sprach's; der König schwieg,

Auf der Stirn ihm grimmig die Ader stieg,'

20. Aus den Augen fuhr's ihm wie Blitz und Flamm',Die Brust ward voll, die Faust ward stramm.

21. Aus dem Sessel sprang er, der krachend brach;

Wie dumpfer Donner er also sprach:

22.Mein Aug' ist trüb, mein Haupt ist kahl,

Am Nagel rostet mein guter Stahl.

23. Und tragt nach dem Schwert ihr so heißen Trieb,

So nehmt für heut mit der Faust vorlieb."

24. Der König sprach es und macht es kurz:

Er hieb den Jarl auf den Helmessturz.

25. Er hieb einen Streich, einen Heldenstreich,

Daß Helm und Schädel zerbarst sogleich.

26. Auf den hallenden Boden der Jarl sank hin;

Da brach den andern der trotzige Sinn.

27. Sie warfen aufs Knie sich, Mann an Mann,Wollt keiner proben die Faust fortan.