13. Das schlimme Krüglein.
Bon Meinrad Lienert
Auf den Trümmern der großen Römerstadt Vindonissaim Aargau, nahe beim heutigen Prophetenstädtchen Brugg,hauste einst ein heiliger Klausner, namens Teutbert. Erwar aus dem fernen Schottland übers Meer gekommen undhatte überall fleißig das Christentum predigen und das heid-nische Wesen abstellen helfen.
Als er nun alt geworden war, hatte er sich an die fried-lichen Gelände der Aare zurückgezogen und auf den Trüm-mern der alten Heidenstadt ein schlichtes Kapellchen und einekleine Hütte erbauen lassen. Darin führte er seit langemein heiliges Leben und gedachte in süßem Eottesfriedenseine Tage zu beendigen.
Eines Tages saß er in seiner Klause. Die Abendsonneerleuchtete seine Hütte also schön, daß die kahlen Wände,das harte Lager und der ungehobelte Tisch gar herrlich ver-goldet wurden. Es war dem Heiligen, er sitze schon in derWartstube des Himmels und alle Augenblicke müßte die Türzum Paradiese aufgehen. Dann begann er sein langes Lebenzu überschauen. Und als er sah, wie es voll war von Mühsalund Kampf, von Geduld und Entsagung zur Ehre Gottes,wurde ihm wohl wie einer Blume im Sommermorgentau.Er war zufrieden mit sich; denn nun hatte er alle Sündenabgetan, und nichts sollte ihn mehr bewegen können, Gottzu mißfallen, und wenn man ihm dafür die Erenzberge des