Kindheit und heimischer Herd
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143. Die Feuersbrunst.
Bon Zeremias Eotthelf.
Einmal, im Emdet war es, hatte ich mich spät und müdezu Bette gelegt. Lange war unbeständig Wetter gewesen;viel Emd war abgemäht, und als die Sonne wieder warmschien zwei Tage hinter einander, hatten wir alle Händevoll zu tun gehabt, besonders am letzten Tage hatten wirheimgeführt, so lange es heiter war; alle Wagen stundenunabgeladen unter der Einfahrt und vor derselben. Als alleins Bett gingen, hatte ich noch meine Pferde zu besorgen;nachdem sie über Nacht erhalten hatten, legte ich mich end-lich auch nieder.
Wie lange ich geschlafen, weiß ich nicht, als es wie Feuerin meine Augen drang, das Haus erbebte, und ein Getöse,als ob man einige tausend Körbe mit Glasscherben über dasDach ausleere, mir alle Nerven erschütterte. Ich fuhr auf;aus schwarzer Nacht war blutroter Tag geworden; ich fuhrnach meinen Kleidern, fand mit Mühe die Hosen, kam aberzweimal verkehrt hinein; die Schuhe aber wußte ich nirgends,sprang hinunter und sah das ganze Scheuerwerk unseresHauses bereits in hellen Flammen. In den Ställen brülltedas Vieh; dorthin stürzte ich, meine Sachen ganz vergessend,nur an meine lieben Rosse, an meine lieben Kühe denkend.Ich sprengte in der Angst, da ich das Schloß nicht fand,die Türe mit einem Tritt, und schnitt die Halftern durch,lockte, trieb in wilder Angst die Tiere zur Türe, und brachteglücklich alle heraus, bis an ein Pferd, das wir erst gekauft,und eine Kuh, deren Kalb noch im Stalle stand und keinBein machen wollte. Das treue Tier wollte sein Jungesnicht verlassen und fand in seiner Mutterliebe den Tod. Ichbeinahe damit, über meinem Zerren vergaß ich, daß ich ineinem hölzernen Hause sei, bis plötzlich das Feuer in denStall brach, auf allen Seiten es krachte, die Wagen aufder Einfahrt ins Tenn stürzten; da trieb mich Feuer undRauch hinaus, und durch wallende Glut und unter stürzendenBalken weg sprang ich ins Freie. Nun im Hause vornenGeschrei und ein wirres Austragen dessen, was man in derAngst ergriff. Der Meister rief um Hilfe, um sein Bureauzum Fenster hinauszuheben, und meine Kraft trug die schwereBürde federleicht hinaus in die dunkle Hofstatt. Aber auchdas Vorderhaus mußte verlassen werden; nun erst dachte