Kindheit und heimischer Herd
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5. O sehet nur, ich werde toll,Die Elöcklein alle an!
Ihr Duft, so fremd und wundervoll,Hat mir es angetan!
O schlaget nicht mich armen Wicht,Laßt Euren Stecken ruhn!
Ich will ja nichts, mich hungert nicht,Ich will's nicht wieder tun!"
6. „O wehe mir geschlagnem
Tropf!"
Brach nun der Alte aus,
«Mein Kind kommt mit verrücktem
Kopf,
Anstatt mit Brot nach Haus!
Du Taugenichts, du TagediebAnd deiner Eltern Schmach!"
And rüstig langt er Hieb auf HiebDem armen Jungen nach.
7. Im Zorn fraß er den Hecht,
noch eh'
Der gar gesotten war,
Schmiß weit die Gräte in den SeeUnd stülpt' den Filz aufs Haar.
Die Mutter schmält' mit sanftem
Wort
Den mißgeratnen Sohn,
Der warf die Blume zitternd fortUnd hinkte still davon.
8. Es perlte seiner Tränen Fluß,Er legte sich ins Gras
Und zog aus seinem wunden FußEin Stücklein scharfes Glas.
Der Gott der Taugenichtse riefDer guten Nachtigall,
Daß sie dem Kind ein Liebchen pfiffZum Schlaf mit süßem Schall.
148. Ahnenkunde.
Von Ludwig Finckh.
Meines Vetters Frau hat mir diese Geschichte erzählt.Ihr Urahn war Alchymist beim Herzog Friedrich von Würt-temberg. Einmal, beim Eoldmachen, merkt der Ahn, daß imnächsten Augenblick alles explodieren wird; er packt den Her-Sog, der neben ihm stand, am Kragen und wirft ihn zumFenster hinaus. Er selbst flog mit dem Laboratorium in dieLuft. — Der Herzog nahm sich aus Dankbarkeit der ver-waisten einzigen Tochter seines Lebensretters an und ließsie mit seiner eigenen Tochter erziehen. Die beiden Mädchenwaren zusammen auf Reisen in Paris und schwuren es sich zu,wenn sie einmal Kinder haben sollten, sie nach einander zubenennen. Dina hieß die Herzogstochter. So ist der NameDina bis auf den heutigen Tag in der Familie meiner Vet-tersfrau geblieben samt einer goldenen Halskette. Und weiljener Ahn ein Schwede war, so fließt in meines VettersKindern Schwedenblut.
Weißt du, was für Blut in deinen Adern fließt? Kennstdu deinen Vater und deine Mutter, und hast du schon dieReihen von Vorfahren gesehen, die hinter ihnen sich auf-stellen? Das ist ganz lustig und ernsthaft. Es sind Männerund Frauen in altmodischer Tracht, mit Halskrausen, steifenRöcken, vielleicht mit Hellebarden und Morgensternen. Unddu brauchst dich ihrer gar nicht zu schämen. Ich habe mir alle