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Zweiter Band.
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Im Zeltenlauf

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stürzt vorwärts und hält sich auf der Höhe des Berges. DieHunde erreichen ihn, er aber fällt sie mit scharfem Zahn. Dasprengt der König selbst herzu, und als der schnellste imHaufen stößt er ihm das Eisen in die borstige Brust und ruftlaut dem Gefolge zu: „Gut Heil dem Tage, wie der Anfangwar- wohlauf an Weidmanns Werk mit Gunst, Gesellen!" —Kaum war das Wort gesprochen, so stob der Haufe den Berghinab, und jeder dachte der Beute, Karl aber flog allen voran,den Wurfspeer in der Hand.

Viel Wild wurde erlegt bis zum Abend. Da teilte derKönig die Jagdbeute unter alle Edlen, dann ging der Zugnach der grünen Lichtung, wo ein Bach floß, Wohnsitz vonvielen Vogeln, die dort hausten und badeten. Dort standengoldgeschmückte Zelte auf dem Grund und hin und wiederdie Jagdhütten der Edlen. Und Karl rüstete den Jagdge-nossen ein frohes Mahl und setzte sie, nach den Jahren gesellt,die würdigen Greise zusammen, die Männer bei vollen Jahrenund wieder die flügge Jugend, und gesondert die Jungfrauen.Er ließ den Wein aus die Tische setzen. Unterdes sank dieSonne, die Nacht stieg herauf, die Müden ruhten aus unterdem Zeltdach im grünen Walde.

Nicht ohne Gefahren war die Jagd im Bergwald, nochwurde der Bär und Auerochs verfolgt, und Karl selbst erlebtewit dem wilden Getier Abenteuer. Einst — es war in denfrüheren Jahren — verfolgte er einen Trupp Ure. Er fuhran eines der Tiere heran und hob die Waffe, aber der SchlagMißlang, das greuliche Tier zerriß dem König die Strümpfeund die Bänder der Schuhe und traf mit der Spitze des Hornssein Bein. Jsambard aber, der Sohn des Marin, spranggegen das Tier, bohrte den Speer zwischen Schulter und Halsbis in das Herz, und wies das zuckende Ungeheuer dem König.Der König aber tat, als sähe er's nicht. Nun kamen alleund wollten zum Dienst des Königs ihre Strümpfe ausziehen;er aber hinderte sie und sprach: „So zugerichtet muß ich zurHildegard kommen." Der König ritt zurück, er rief dieKönigin, zeigte ihr den zerrissenen Fuß und sprach: „Wasverdient der, der mich von diesem Gegner befreit hat?" Undsie erwiderte: „Das Beste." Da erzählte der Herr ihr allesder Reihe nach und legte ihr die ungeheuren Hörner alsZeichen hin, sie aber stöhnte und weinte und schlug sich dieBrust. Und da Jsambard damals in Ungnade war und aller