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Zweiter Band.
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Arbeit

Staub davon geht und die Haare der Baumwolle einerleiRichtung erhalten, dann abgenommen, zu Locken gewickeltund so zum Spinnen am Rad zubereitet. Man zeigte mirden Unterschied von links und rechts gedrehtem Garn; jenesist gewöhnlich feiner und wird dadurch bewirkt, daß mandie Saite, welche die Spindel dreht, um den Wirtel ver-schränkt.

Die Spinnende sitzt vor dem Rade, nicht zu hoch; mehrerehielten dasselbe mit übereinandergelegten Füßen in festemStande, andere nur mit dem rechten Fuß, den linken zurück-setzend. Mit der rechten Hand dreht sie die Scheibe und langtaus, so weit und so hoch sie nur reichen kann, wodurch schöneBewegungen entstehen und eine schlanke Gestalt sich durchzierliche Wendung des Körpers und runde Fülle der Armegar vorteilhaft auszeichnet; die Richtung besonders der letztenSpinnweise gewährt einen sehr malerischen Kontrast, so daßunsere schönsten Damen an wahrem Reiz und Anmut zu ver-lieren nicht fürchten dürften, wenn sie einmal anstatt derGuitarre das Spinnrad handhaben wollten.

In einer solchen Umgebung drängten sich neue eigeneGefühle mir auf; die schnurrenden Räder haben eine gewisseBeredsamkeit, die Mädchen singen Psalmen, auch, obwohlseltener, andere Lieder.

Zeisige und Stieglitze, in Käfigen aufgehangen, zwitscherndazwischen, und nicht leicht möchte ein Bild regeren Lebensgefunden werden als in einer Stube, wo mehrere Spinne-rinnen arbeiten.

Dem beschriebenen Rüdligarn ist jedoch das Briefgarnvorzuziehen; hierzu wird die beste Baumwolle genommen,welche längere Haare hat als die andere. Ist sie rein ge-lesen, so bringt man sie, anstatt zu krämpeln, auf Kämme,welche aus einfachen Reihen langer stählerner Nadeln be-stehen, und kämmt sie; alsdann wird der längere und feinereTeil mit einem stumpfen Messer bänderweise das Kunst-wort heißt ein Schnitz abgenommen, zusammengewickeltund in eine Papiertüte getan und diese nachher an derKunkel befestigt. Aus einer solchen Tüte nun wird mit derSpindel von der Hand gesponnen, daher heißt es aus demBrief spinnen und das gewonnene Garn Briefgarn.

Als der Abend hereintrat, ward die vollbrachte Arbeitvorgewiesen, die vollen Spulen in dazu bestimmten Kästchenbeiseite gelegt und das ganze Tagewerk sorgfältig aufge-