Arbeit
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187. Fabrikschluß.
Bon Bernhard Krey.
In einer Straße der Vorstadt steht eine Maschinenfabrik.Im Dunkel des Märzabends erscheint sie wie ein großer,surrender Bienenkorb, in dessen hundert Zellen Lampenglühen.
Schwer liegt der Märznebel in der engen Straße, undvergeblich kämpft gegen ihn das scharfe Easglühlicht; derNebel wird dichter und dunkler und geht in einen leisen,kühlen Sprühregen über. Dunkel und einsam liegt die Straßeder Vorstadt.
Plötzlich schrillt die Fabrikpfeife,- die Fabrikuhr zeigt halbsieben, das große, eiserne Tor öffnet sich- in der langen,schmalen Bretterbude rechts vom Eingang flammen kleineGlühflammen auf, eine große, elektrische Bogenlampe über-gießt den Vorplatz mit ihrem falschen Sonnenglanze: Fabrik-schluß!
Schon tritt der erste Arbeiter heraus! Schnell schlägt erzum Schutze gegen den Nebel, der überall hinkriecht, denRockkragen in die Höhe. Ein paar Schritte bis zur Bude!Dort hängt er seine Fabrikmarke hin und eilt mit großenSchritten der Straße zu. Jetzt folgt ein zweiter, ein dritter.
. . . Nun sind sie nicht mehr zu zählen; aus allen Türenströmen in wirrem Durcheinander die Arbeiter heraus. Diebewegte Masse schiebt sich nach Abgabe der Marken dembreiten Ausgange zu. „Gute Nacht!" — „Gute Nacht!" Dereine geht rechts, der andre links. Keiner weilt eine Minutevor der Arbeitsstätte; wie auf der Flucht vor einem Feindeilen alle ihrem Heim zu. Jetzt leuchten im Hintergründedes breiten Ausganges nahe bei einem Schuppen kleine Fahr-radlaternen auf, und in der nächsten Minute schon sausenjunge, sehnige Gestalten auf flinken Rädern die Straße ent-lang, dem Vororte zu.
Zehn Minuten sind vergangen — schon ebbt der Arbeiter-strom ab; nur einzelne kommen noch. Alte, müde Gestalten!
Sieh da, ein kleines Mädchen plötzlich im Torweg! Esspricht mit dem Portier. Er wirft einen Blick auf die Marken-tafel. „Zu spät! Vater ist schon fort!"
Noch eine Minute vergeht. Niemand kommt mehr! DieLämpchen an der Markentafel erlöschen; die große Lampeflackert noch ein paarmal, dann hängt sie blaß und tot in der