444 Aus dem Festakt zur Enthüllung des Telldenkmals^
Schillers Geist.
Ein Nehmen und GebenHält uns verbunden;
Aus eurem BodenErblühten die Blumen,
Sproßte die Freiheit,
Der ich den Kranz gewunden.
Sage.
Hörst du ihn zeugen, dessen Mund stets reinBon Lüge war? Er tritt in unsre ReihnAus den Gefilden, die kein Trug bedrückt,
Ein freier Geist, dem irren Staub entrückt.
Geschichte.
Lcbend'gen Zeugen bring', wie ich bedang.
Berufe nicht die Schattenschar von GeisternAus ihrer Nacht, den lichten Tag zu meistern.
Dem Grabe bleibe, was das Grab verschlang!
Sage.
Wähnst du, daß mit der Gruft das Wirken end'ge?Der Toten gibt's mehr lebend als Lebend'ge;
Als ihr Vermächtnis ließen sie Gedanken
Der dumpfen Welt, sich auf zum Licht zu ranken.
Verletze nicht des Dichters Majestät,
Der Leben fördert, wo sein Odem weht.
Wir wollen freies Gastrecht ihm gewähren,
Der auf uns hob aus allen Erdenschweren.
<zu Schiller)
Erhabner Geist, versammelt sind die Gäste,
Und deines Wahrsprnchs harren sie zum Feste.Geleugnet wird der Teil; die Tat verhülltDeS Zweifels Schleier. Dieses Weib verwehrtDer Hülle Lüftung; doch das Volk begehrtSein Bild zu sehn, in starkem Erz erfüllt.
Schillers Geist.
Dem Volke werd' sein Recht. Sein war die Not,Des Vogts Bedrückung und vermessen SpielMit Blut der Unschuld, das der Hüll' selbst heilig;Sein war die Tat, die frisch befreiende,
Der Sturz der Vögte und des Landes Läut'rung