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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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Die Schlacht vor Raben.

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den Tag seiner Geburt, weint Blnt und beißt sich vor Jammer einGlied aus der Hand.Armes Herz", spricht er,daß du bist sofest!" An der Größe der Wunden erkennt er, daß sie mit demSchwerte Miming geschlagen sind. Da sieht man Wittichen raschüber die Heide reiten. Grimmig springt der Berner auf und sporntso hastig nach, daß keiner der Seinigen ihm folgen kann; Feuersprüht von den Hufschlägen. Speer, Helm und Schild hat er aufder Walstatt gelassen, nur das Schwert führt er mit sich. Er ruftWittichen an, mahnt, fleht ihn bei Heldenruhm und Frauenehre,zum Kampfe zu halten, verheißt Bern und Mailand, verheißt seinganzes Reich, wenn Wittich obsiege. Aber Wittich jagt nur stärkervoran. Rienold, sein Neffe, der mit ihm reitet, schämt sich der Fluchtund will auch ihn zum Kampfe bewegen: zu zween würden sie denBerner bezwingen. Wittich will nicht hören, befiehlt den Neffen inGottes Schutz und rennt weiter. Rienold sticht seinen Speer aufden Berner, dieser haut ihn vom Rosse, reitet Wittichen nach und reiztihn, Rienolds Tod zu rächen. Je länger je mehr eilt Wittich, mahntunablässig seinen Scheming, verspricht ihm Oemd und lindes Heudie Fülle. Scheming macht weite Sprünge. Dietrich klagt, daßScheming, einst ihm gehörig, seinen Feind von hinnen trage; ertreibt sein jetziges Roß, Falke, daß es von Blute trieft; vor Zorneglüht er, daß sein Harnisch weich wird. Kaum eines Roßlaufs Weiteist noch zwischen beiden; Wittich ist bis an das Meer getrieben, er gibtsich verloren. Da kommt die Meerminne (Meerfrau) Waghild, seineAhnmutter, und nimmt ihn samt dem Roß in den Grund desMeeres. Der Berner reitet bis zum Sattelbogen in das Meer nach;er muß umkehren und wartet vergeblich, ob Wittich wieder erscheine.

Noch erstürmt Dietrich die Stadt Raben, daraus Ermenrich,die Seinen verlassend, um Mitternacht entweicht. Dann sendet erden Markgrafen Rüdiger mit dem Hilfsvolke nach Hunnenland zurück.Rüdiger soll ihn bei Etzeln und Heiken entschuldigen; er selbst wagtnoch nicht, ihnen vor die Augen zu treten. Als der Markgraf mitseinen Helden zu Gran ankommt, laufen die herrenlosen Rosse derzween jungen Könige mit blutigen Satteln auf den Hof. Die Königinwill eben mit ihren Frauen in einen Garten gehen, an den Blumenihr Auge zu weiden: da sieht sie die blutigen Rosse ihrer Kinderstehen. Im ersten Schmerze verwünscht sie den Berner; doch sie wirdversöhnt, als Rüdiger meldet, daß Dietrich mit ihnen den eigenenBruder verloren. Sie ist selbst Dietrichs Fürsprecherin bei Etzeln.Der Berner kommt nach Etzelnburg, geht auf den Saal, neigt seinHaupt auf Etzels Fuß und beut sein Leben zur Sühne. Die Königinweint, und Etzel richtet mit neuer Huld ihn auf.