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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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Hephata, thue dich auf!

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109. Hephata, thue dich aus!

Johann Peter Hebel.

Woni am Sunntig früeih in minc Gedanke dohi gang,

's Jsch so lieb und heimlig gsi und d'Sunne het gschineRechts und links an d'Dörfer und an de gwiißgete Chilchtürn;Und die Chilchtürn stöhn und bschauen enander vo witenr5 Uebers Waizefeld und über die duftige Matte,

Und 's will ken der Afang mache:Nachher, fang du a!

Bisch du nit de ältst' und hesch die chräftigste Glocke?"

's Het jo no nit nüni gschlage", seit er zum Nochber;

Und dört stoht e Burscht im Feld und lueget an d'Birbäum,

10 Denk wol, i will warte, se bringin au no in d'Chilche."

Drum es het e Vögeli pfiffen ufeme Birbaum,

Wo i gstande bi; druf denki, woni em zuelos:

Predigt echt der Fink uf siner laubige Chanzle?

's Chunt eim schier so vor und d'BIücmli sitzen und lose.

15 Nei, wie lost das Glockcblüemli, weger, es schnuuft nit,

Wenni's nummcn au vcrstüend! Er wird ene sage,

Wie sie der himmlisch Vater do nsem saftige ErbrichNährt und chleidet und putzt mit allerlei lieblige Farbe,

Wenn sie scho nit spinnen und überbindlige neihe;

20 Und es gangem selber so. Si Röckli seig gwachse,

Wiener größer morde seig, er trag's doch afangeMenge Monet, Tag und Nacht und Sunntig und Werchtig,Und es seig no nagelneu, wie ehne am Schilfmeer's Plunder blibe seig, wo d'Chinder Israel treit Heu,

25 D'Schnider feige all verlumpt, wo unterm gsi sin,

Und er heig kei Schüren und heig kei Zehnten im Etter,

Und kei Burgergob; doch gang der Vater im HimmelNie vorbi, er geb em näumis z'morge und z'mittag.

Het er nit so gseit, so hani mer's so vorgstellt.

80 Woner ufghört het, und woner 's Schnäbelt putzt het,

D'Jmmli hen scho Orgle gspilt, so denki, jez gangiDo dnr d'Rebberg uf, und woni oben am Gupf bi,

Lütet's überall mit alle Glocken in d'Chilche.

Jo do bini, denki, 's isch ordli, der au wartet,

35 Bis me chunnt, und gang in d'Chilche. Was i drinn ghört ha,Will i jez verzelle. Gang, Vreni, lang mer e Stuehl her!Chani's nit sage wie er, so willi's sage, wie ich's cha.

Betet hen sie wie bi üs und gorglet und gsunge;

Wo sie gsunge hen, se chunnt der Pfarrer uf d'Chanzle40 Und dreiht's Stundeglas und rüttlet's e wenig und chlopft druf -'s Het nit wölle laufe, und druf, wo d'Orgle verkrümmt het,Fangt er z'predigen a, vo sellem Taube und Stumme,