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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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163
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Empfang auf den Freundschastsinseln (1773).

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Schulen sind Stiftungen oder Einrichtungen von Religionsgemein-schaften. Doch steigt die Einsicht, daß Kinder ohne Schule nurStiefelputzer werden. Die Schule wächst und tötet das Mittelalter,die Jugend wird freier, auch Frauenschleier fallen; die steinernenHäuser verdrängen das Holzhaus, westeuropäische Ware fängt an dieBazare zu füllen; aber man täuscht sich, wenn man glaubt, dieserProzeß gehe schnell. Konstantinopel ist ein solcher Koloß, daß erseine Glieder nur langsam anders legen kann als sie liegen. Nochfünfzig und hundert Jahre wird in Konstantinopel Mittelalter sein,und noch lange werden Menschen aus dem Okzident hierher kommen,wie sie gelegentlich in den schweren braunen Schrank greifen, indem die Pastellbilder liegen und die alten Stöcke und Hauben. Werohne Romantik ist, mag uns schelten, wer aber auch nur etwas vonihr hat, nur etwas vom stillen Weiterleben des Gewesenen, der wirdes verstehen, daß wir sagen: wir haben eine alte Verwandte besucht,alt, aber nicht tot!

27. Empfang auf den F-reundschaftsinfeln (1773)

Aus derReise um die Welt" von Georg Förster.

Nach dem Frühstücke gingen wir, in des Kapitäns und des vor-nehmen Mannes Gesellschaft, ans Land. In dieser Gegend war dieKüste durch einen mit dem Strande parallel laufenden Korallenriefbeschützt, der nur hie und da eine Lücke hatte, wo Kanoes und andrekleine Boote hindurch konnten. Sowohl die in den Fahrzeugen alsdie auf den Ufern befindlichen Eingebornen bewillkommten uns miteinem großen Freudengeschrei. Die Kanoes ruderten dicht an unserBoot, und die Leute warfen uns aus denselben große Pakete Zeugzu, ohne etwas dagegen zu verlangen. Andere, sowohl Mannspersonenals Frauenspersonen, schwammen um uns her und hielten Kleinig-keiten zum Verkauf in die Höhe, als Ringe von Schildkrötenschalen,Angelhaken von Perlmutter und dergleichen. Sobald wir durch dasGedränge der Kanoes durchkommen konnten und uns dem Strandeso weit genähert hatten, als sich's des seichten Ufers wegen tun ließ,erboten sich die Einwohner von freien Stücken, uns auf ihren Schulternvollends ans Land zu tragen. Nachdem wir auf solche Art die Küsteerreicht hatten, versammelten sie sich mit allen ersinnlichen Zeichender Freundschaft um uns her und boten uns etwas Früchte, Waffenund Hausgerät zum Geschenk an. Das Volk hätte uns gar nichtbesser aufnehmen können, wenn es von unsern friedfertigen Gesin-nungen schon durch eigene Erfahrungen überzeugt und gewohnt gewesen