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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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251
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Der Statthalter von Schopfheim.

251

35 Aber e wüeste Ma zue dem, wie's ken meh in sibeHere Ländere git; im Welschland isch er so morde.

Hätt em der Statthalter z'Schopfe nit 's Vreneli endli zur Frau geh,'s Vreneli voll Verstand und wie der Morge so lieblig,

's hätt's ke Magd im Hus bis Betzit chönnen erlide,

40 Und kei Chnecht hätt zuenem dingt. Es chunnt eim e BettlerUnd me git em ke Brod, so seit me doch öbben im Fride:

Helfich Gott!" Er nit!I will der 's Bettle verleide",

Het er gseit,und gang, wil's Zit isch! Flieh mi der Teufel!"Und die arme Lüt hen's Gott befohlen und briegget.

45 Jedem chunnt si Zit! So öbbe ne Wuche vor WienechtHet der Ueli gmetzget, und het er gwurstet bis z'Obe,

Het er z'Nacht si Chrüegli glüpst bim brotene Ribbli.

Vreni, gang in Cheller, und Vreni leng mer z'trinke!"

Het er mehr as zwenzig Mol mit brochener Stimm gseit.

50 G'sinnet hen sie 'n emol uf sibe Mooß und e Schöppli.

Aber wo meinetder mög sel Zit der Friederli gsi si?

Oebben im Fuetergang? Bi's Meisters Stieren und Rosse?Hender gmeint? Jo wohl! Scho z'Fasnecht isch er im MeisterUs de Hände gwütscht, sust hätt en der Statthalter ghüblet.

55 Het er näumis bosget, se willi's nit verrote;

Was goht's mi denn a? Furt isch er! Ueber e MonetHet me ke Spur me gha, bis öbben anfangs AprilleStoht er bi den arme Manne zwische de Berge.

Schön a Wuchs und Gsicht und sründli gege de Lüte,

60 Muetig wie ne Leu, doch voll verborgener Bsinnig,

Hen sie'n alli gern und sage:Seig du der Hauptma!

Was de seisch, das tüemer, und schicki's numme, se göhmer,Hundertfüfzig Ma und sibenesiebezig Buebe!"

Und der Friedli seit:D'Marodi wemmer verfolge!

65 Wenn e riiche Buur die Arme ploget und schindet,

Wemmer em de Meister zeigen, es en Art het,

Bis au wider Recht und Gsetz und Ordnig im Land isch."

Helfis Gott der Her! Jez rüeft der Hauptma sim Völchli:Manne, was fange mer a? I hör, der Ueli get gmetzget.

70 's wär e Siite Speck wohl us der Büttene z'hole

Und e Dozzet Wurst. Wie wär's? Doch 's Vreneli duurt mi.Besser isch's, es göhn e paar und singen ums Würstli!

Saget, i löß en grüeßen, er soll's im Fride verzehreUnd mer vo der Sau doch au ne Müsterli schicke!

75 Hemmer nit menge Hirz us sine Gärte verschüüchet?

Hemmer uf sine Matte ne Habermarkstörzli vertrette?