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Der Statthalter von Schopfheim.
Oder e Bäumli gschüttlet? Ifch sine Chnechte und BuebeNummen au so vil gscheh? Sie Heu doch ghüetet und gwässertZ'Nacht um Eis und srüeih vor Tag; sie chönne nit chlage.
80 Leged em's ordlig ans Herz, i wünschich gueti Verrichtig!"
Seit's, und 's göhn drei Bueben und chömme mit Säcke zum Ueli.„Gueten Ode!" — „Dunderschieß! was hender, was Wender?" —„He, mer chömme do abe vom Sattelhof." „Zeiget, wie sinder!"„So het üse Meister gseit, so sagemer wieder."
85 Schlimmer Wis isch, wo sie cho sin, 's Vreneli näumeDusse gsi; doch d'Chnecht sin uffem Ofebank glege,
Und der Ueli, voll Wi, git grobi Reden und Antwort.
„Saget euerem Meister — (es isch mit Ehre nit z'melde)
Meister hi und Meister her und wer isch der Meister?
00 's lauft so War jez gnueg im Land, wo bettlen und stehle,Schereschliser, Hasebinder, alti Soldate,
Sägefiler, Zeinemacher, anderi Strolche.
Wemmen alle wott ge, me müeßt no mittene laufe.
Packetich, jez isch's hochi Zit!" — „He jo, der Gotteswille!
05 Numme ne Hämpfeli Mehl und nummen au so ne Würstli!" —„Wart, du Sibechätzer, e Nibbestückli wird guet si!
Jobbi, gang an d'Stuud und leng mer der Fareschwanz abe!Wenderich packe jez gli, i frog, ihr luftige Strolche!"
Jo, sie hen si packt; doch hinterne schliiche vom Ofe100 D'Chnecht zur Türen us und sueche 's Vreneli dusse:
„Meisterne, jez isch's gfehlt; jez, Meisterne, helfet und rötet!
Das und das isch gscheh, sie hen's nit an is verdienet.
Hemmer 's Wasser gchert und Hemmer de Hirze ghüetetz'Nacht um Eis und srüeih vor Tag, mer chönne nit chlage,
105 Kunteräri, sie hennis ghulfe, gell aber, Jobbi?
Aber chömmemer wider, se werde sie anderster rede."
's Vreneli lost und lost, es macht bidenkligi Mine;
's Vreneli bindet d'Chappen und schüttlet 's Mailänder Halstuech;'s Vreneli chnüpft am Fürtuech-Bendel — „Sepli, spanns's Roß a,110 Und e Welle Strau, hesch ghört, und loß mer der MeisterNüt eninne werden, und gang ein d'Farnauer Stroß uf,
Lueg, öb alles sicher isch und niene ke Volch stoht!" —
Sider chömme d'Buebe mit leere Säcke zum Friedli.
Tausig Sapermost, wie sin em d'Flammen ins Gsicht cho,
115 Wo ner si frogt: „Was hender?" und wo sie'm dickliche Bricht gen:„Nüt, und wüssetder was? Göhnt ihr enandermol selber!
's isch em Ueli z'heiß; der sollet cho, go nem blose!" —
„'s isch e Wort, i gang!" seit jez der Hauptma und fnnklet;