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Aus Homers Jlias.
„Armes Weib, nicht mußt du zu sehr mir trauern im Herzen!Keiner wird gegen Geschick hinab mich senden zum Ais.
120 Doch dem Verhängnis entrann wohl nie der Sterblichen einer,Edel oder geringe, nachdem er einmal gezeugt ward.
Auf, zum Gemach hingehend besorge du deine Geschäfte,
Spindel und Webestuhl, und gebeut den dienenden Weibern,Fleißig am Werke zu sein! Der Krieg gebühret den Männern125 Allen, und mir am meisten, die Jlios' Feste bewohnen."
Als er dieses gesagt, da erhob der strahlende HektorSeinen umflatterten Helm; und es ging die liebende GattinHeiln, oft rückwärts gewandt und häufige Tränen vergießend.
Bald erreichte sie nun die wohlgebauete Wohnung130 Hektors des Männervertilgers und fand die Mägd' in der KammerViel an der Zahl; und allen erregte sie Kummer und Tränen.Lebend noch ward Hektor beweint in seinem Palaste;
Denn sie glaubten gewiß, er kehre nie aus der FeldschlachtWieder heim, der Achaier gewaltigen Händen entrinnend.
II.
Hektars Toü.
— Priamos aber, der Greis, ersah ihn zuerst mit den Augen,Strahlenvoll wie der Stern, da er herflog durch das Gefilde,Welcher im Herbst aufgeht und mit überstrahlender KlarheitScheint vor vielen Gestirnen in dämmernder Stunde des Melkens,5 Welcher Orions Hund genannt wird unter den Menschen;
Hell zwar glänzt er hervor, doch zum schädlichen Zeichen geordnet;Denn er bringt ausdörrende Glut den elenden Menschen:
So dort strahlte das Erz um die Brust des laufenden Herrschers.Laut wehklagte der Greis und schlug sein Haupt mit den Händen,10 Hoch empor sie hebend, und rief wehklagend hinunter,
Flehend dem lieben Sohn, der außerhalb vor dem ToreStand, voll heißer Begier, mit dem Peleionen zu kämpfen;
Diesem rief laut jammernd der Greis und streckte die Häud' aus:„Hektor, erwarte mir nicht, mein trautester Sohn, den Verderber,15 Einsam, getrennt von den andern, daß nicht dich ereile das SchicksalUnter Achilleus' Hand, der weit an Stärke dir vorgeht!
Möchte der Grausame doch den Unsterblichen also geliebt seinWie mir selbst! Bald läg' er, ein Raub den Hunden und Geiern,Dargestreckt; dann schwände der Gram, der das Herz mir belastet!20 Ach, der Söhne so viel, und so tapfere raubte mir jener,
Mordend teils und verkaufend in fernentlegene Inseln!