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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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Aus Homers Mas.

Noch die reiche Gemahlin; vielmehr so entfernt von uns beiden,

65 Dort an der Danaer Schiffen, zerfleischten dich hurtige Hunde!"Also weineten beide, den lieben Sohn anflehend,

Laut mit Geschrei; doch nicht war Hektors Geist zu bewegen;Nein, er erharrt' Achilleus', des Ungeheuren, Herannahn.

So wie ein Drach' im Gebirge den Mann erharrt an der Felsklust,70 Satt des giftigen Krauts und erfüllt von heftigem Zorne,

Gräßlich schaut er umher, in Ringel gedreht um die Felsklust,

So unbändiges Mutes verweilt' auch Hektor und wich nicht,Lehnend den hellen Schild an des Turms vorragende Mauer;

Tief aufseufzt' er und sprach zu seiner erhabenen Seele:

75Wehe mir! wollt' ich ansetzt in Tor und Mauer hineingehn,Würde Polydamas gleich mit kränkendem Hohn mich belasten,Welcher mir riet, in die Feste das Heer der Troer zu führenVor der verderblichen Nacht, da erstand der edle Achilleus.

Aber ich hörete nicht; wie heilsam, hätt' ich gehöret!

80 Jetzo nachdem ich verderbte das Volk durch meine Betörung,Scheu' ich Trojas Männer und saumnachschleppende Weiber,

Daß nicht einst mir sage der Schlechteren einer umher wo:

Hektor verderbte das Volk, auf eigene Stärke vertrauend!

Also spricht man hinfort; doch mir weit heilsamer wär' es,

85 Mutig entweder mit Sieg von Achilleus' Morde zu kehren,

Oder ihm selbst zu fallen im rühmlichen Kampf vor der Mauer.Aber legt' ich zur Erde den Schild von geründeter Wölbung,Samt dem gewichtigen Helm, und den Speer an die Mauer gelehnet,Eilt' ich entgegen zu gehn dem tadellosen Achilleus00 Und verhieß' ihm Helena selbst und ihre BesitzungAlle, so viel Alexandras daher in geräumigen SchiffenEinst gen Troja geführt, was unseres Streites Beginn war,

Daß er zu Atreus' Söhnen es führt'; auch umher den AchaiernAnderes auszuteilen, wie viel die Stadt auch verschließet;

95 Und ich nähme darauf von Trojas Fürsten den Eidschwur,

Nichts insgeheim zu entziehn, nein, zwiefach alles zu teilen,

Was an Gut die liebliche Stadt inwendig verschließet:

Aber warum bewegte das Herz mir solche Gedanken?

Laß mich ja nicht flehend ihm nahn! Nein, sonder Erbarmung100 Würd' er, und sonder Scheu, mich niederhaun, den Entblößten,Grad' hinweg, wie ein Weib, sobald ich der Wehr mich enthüllet.Nicht fürwahr nun gilt es, vom Eichbaum oder vom FelsenLange mit ihm zu schwatzen, wie Jungfrau traulich und Jüngling,Jungfrau traulich und Jüngling zu holdem Geschwätz sich gesellen.105 Besser zu feindlichem Kampfe hinangerannt! daß wir eilig