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4f Ahme Aiablltipita
mächet bcy diesem Handwerck kein Meister-
stück, sondern wann iemand vier Jahr ordent-lich gelcrnct, uub <o. Jahr als ein Gesell gear-beitet hat, kan er zu einem Meister gesprochenwerden. Man pfleget aber die Ahlen anfangsaus dem besten und feineiicn Stahl zuschmie-ren, und zwar überaus glatt und rein in derStangen, theils rund, theils viereckigt, gegender Spiren aber spieß-eckicht, alsdenn aufdie Schleiff- Mühle gebracht, und in Stan-gen und Speere geschliffen, nach diesem Fedcr-vdcrDegen-hart, mit besondern Fleiß gehär-tet, damit sie eine» guten Schwung halten.Hieraus bringet inan sie nochmahls auf dieMühle, woselbst sie schön hell poliert, und völ-lig ausgemacht werden. Die Gattungen derAhlen sind unterschiedlich, und werden, wennsie sortiret, nicht leichtlich Ahlen , sondernOert gcncnnet: Die allergrösteund stärckcsteAhlen haben vorne» in dem Speer ein läng-liches hoch, durch welches ein Nähe-Riemengezogen werden kan, und weil sich die Sattlerderselben am meisten bediene», führen sie denNahmen der Markier Eisen. Nach diesenbcsindcn sich noch zwey besondere Gattungender Ahlen , davon die eine unter allen anderngany allein rund ist, und iveil sie die Buchbin-der fast nur allein mixen, die Buchbinder-Al'lcn heiffcn. Die andere Gattung führendenTitul der Frantzbsischen »nb zweyspilrigenAhlen, haben auf beyden Seiten Stangenund Speere, in der Mitten aber einen Knopffoder Max, und werden in Deutschland nichtgebraucht, sondern nach Spanien , Franck-reich und Portugall, wie auch Italien ver-sendet.
Ahme, ein Niederländisches Maaß feuchter Din-ge. s. liocü-.
Ahonpastehis, ein Bauni auf bet' Insul Mada-gasear, so eine wohlgeschmackte Frucht trägt,in der Grösse einer Dattel.
Ahouai, ein Baum in Brasilien , stinckt derinas-sen hefftig, wen» er gefallet wird, daß man mitMüh und Noth den Stanck vertragen kan. Erist so groß als ein Birnbaum, das Laub ist stetiggrün, und dem Birnen-Laube nicht gar un-gleich: die Frucht ist so groß, als eine Castanie,und an Gestalt einem Griechischen -- nicht un-ähnlich. Der Kern in der Frucht ist sehr giff-tig; die Schale hart «nd klingend: daher sichdie Wilden ihrer an statt der Schellen bedie-nen, und sie um ihre Arme und Beine zumZierrath hcngen: sie bchcngen auch ihre Waf-sei, und ander Gerätst damit.
Al , ein Thier in Brasilien dieses Nahmens, sonstauch iffmvu , oder die Faulheit genannt, indemeskaum alle Viertelstunde des Nachts einenSchritt, des Tages aber nicht über so. fortge-bt ; daher es von den Holländern Luyart, von !®en Portugiesen t-rlgulra gcncnnet wird, inseiner Heimat heiffct cs Ai, Sein Geschrey istwunderlich.»»!, wird vorgegeben, daß eS die or-dentlichen Mrisic - Thone, eine gantze Octavdurchruffe.
Aiaburixira ein BrasilianistSträuchlein, etwa5. oder 6. Hände hoch, welches eine schwaryeFrucht, wie Mandeln trägt. Aus derselben
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wird ein schwartzes Oel gezogen, womit die
Wilden die Glieder derer,so von Kräfften kom-men, zu schmiercli pflegen.
Aider de Langue. s. Langue.
Aider un chevai, einem Pferd helffen, die Hülstegeben, heist bey dcnAeademisten seine Arbeitnach rechter und Lections-Gebühr machen,und das rempo observircn, das Pferd auf demrechten Weg zu erhalten. Dahcro Aides dieHülste ist, so ein Reuter durch einen sanfftcnund inodcraten Gebrauch des Zügels, derSporen, Spieß-Ruthe, und durch die Bewe-gung derSchenckel uiid der Stimme zugebenweiß.
Aigrette, ein Vogel, etwas grösser denn eine Krä-he, mit Schnce-weiffen c edern, Corallcn - ro-then, Schnabel und Füssen, und einem zierli-chen Büschel aufdcm Kvpff. Er hält sich umdie Ainericanischen Inseln anstund bezieht sichoft sehr weit in die See.
Aimablc orphelin , eine also genannte Nelcke,ist gemischt aus weiß und carmefln roth. DieFarben sind lieblich gesprengt, aber die Blumeist nicht allzugrvß. Man laßt ihr drey bis vierKnvpffe.
Aipü, ein Tranck der Brasilianer, so sie auSder Wurxcl Aipim aicax era bereiten auf zwey-erlcy Weise. Entweder wird die Wuryelkleingeschnitten, von alten Weibern gekauet,und in einen Topff gcspiehen, Wasser daraufgegossen, gesotten, und fleißig umgerührt, bisps gnug hat. Oder die Wuryel wird bloß mitWasser gesotten, solang bis dasselbe wie eineButtermilch ausstehet. Beydes lässet manferner vergähren, und dann schmeckt es nichtunangenehm.
Air. hat sehe vielcrley Bedeutung; auf der Reit-Bah» hcisset eS die Bewegung und gehörigeMaasse seiner Lectionen, so mit dessen natürli-chen Disposition wohl überein kommt.
Air. auf dem Tany-Boden heist, wenn einer seineSchritte Regel-recht fvrmirct, daß sich die-selben mit Händen, Leibe und Kvpste wohlzusammen schielen, die Cadence Regel-rechtvbserviret, wie auch die Figuren, und alsdennvon innen heraus mit seiner Gemüths-Bcwe-gung, so von seinem Naturel, Complcpion,oder Neigung, Stand oder Herkvmme»,Lh ar-ge oder Profession rc. herstammet, inallevor-angezogene Dinge gehet, und sie entweder na-türlich, oder (wie in den Repräsentationengeschiehet) angenommener Weise gleichsamabwürget, tingirct, und ihnen ihr brUlanc unduitimam limam mit einer Anmuth und gehö-riger decence giebct, so heist solches mit einerwohlanständigen Air gemacht. Dieses Air ist,nun dasjenige, welches den Ausschlag beymTänncr giebt-, und das Gemüth, wie es an sichselbsieiz ist, -xr-rne entweder wohl moralisiret,oder diffoiut vorstellet, und würcklich ins Ge-sicht dringet,und alle Actives darnach eichtenkan. Fasch, in seiner Schrifft vom Tannen,theilet die Air ein, in Air dec^uaUre. Airrne-discre und Air cominune. Air du Thcatre
sagt er, begreifft alles, was repräscntiret wer-den ka», das aber ist gewiß, daß alle Arten desAir, nicht zu allen Personen, auch nicht bey al»
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