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Magnetismus.
Stahl, nach einer bestimmten künstlichen Behandlung, die Eigenschaft, Eisen-theilchen, die nicht zu schwer sind, anzuziehen und festzuhalten. Die Anziehunghaben also diese Körper, die man (vermuthlich wegen des zuerst in der Nähevon Magnesia aufgefundenen Minerals) Magnete nennt, mit den elektrischengemein, freilich mit der Beschränkung, dass nicht alle, oder mindestens zahl-reiche, sondern nur einige wenige Stoffe in irgendwie höherem Grade magnetischsein oder werden können, und dass ebenso nicht beliebige, sondern nur eiserneund einige andere Stofftheilchen angezogen werden; dagegen unterscheiden sichdie Magnete von den elektrischen Körpern dadurch, dass sie die angezogenenTheilchen nicht wieder abstossen, sondern, wie gesagt, festhalten. Wie mansieht, besteht zwischen der elektrischen und der magnetischen Grundthatsacheeine gewisse Analogie, aber auch ein gewisser Gegensatz, ein Verhalten, welchessich auch bei den weiteren Erscheinungen vielfach wiederholt und auf das jedesMal hinzuweisen bei seiner theoretischen Wichtigkeit von besonderem Inter-esse ist.
Pole. Die magnetische Eigenschaft tritt nicht an allen Punkten der Ober-fläche eines Magneten gleich stark hervor, es giebt vielmehr Stellen, wo sie sicham stärksten äussert, wo also am meisten Eisentheilchen haften, und andererseitsStellen, wo sie sich wenig oder gar nicht äussert, die also von Eisentheilchenfast oder gänzlich frei bleiben. Jene Stellen grösster Wirkung heissen — vorbe-haltlich späterer, besserer und präciserer Fassung dieses Begriffes — Pole,diese Stellen schwächster Wirkung Indifferenzzonen oder in Fällen, wo dieseBezeichnung passend erscheint, Aequator. Bei der Elektricität spielen die Pole,wo sie überhaupt auftreten, nicht entfernt die wichtige Rolle wie hier. In dergrossen Mehrzahl der Fälle besitzt ein Magnet zwei Pole, deren Verbindungs-linie dann Axe heisst, und eine Indifferenzzone; bei symmetrisch gestaltetenKörpern liegt die Indifferenzzone meist in dem mittleren Gürtel, die Pole anentsprechenden Stellen zu beiden Seiten, und insbesondere bei stabförmigenMagneten, bei denen sich die Erscheinungen überhaupt am einfachsten gestalten,liegen die Pole an den beiden Enden oder wenigstens nicht weit von ihnen.Hier haften, wenn man den Stab in Eisenfeilicht taucht und wieder heraus-zieht, die grössten Mengen, nach der Mitte hin immer geringere und in derMitte so gut wie gar keine. Uebrigens darf die Symmetrie eines Magneten,auch wenn sie im geometrischen Sinne vorhanden ist, nicht auch im magne-tischen ohne weiteres angenommen werden (s. Art. Magn. Messungen).
Art der Wirkung zwischen zwei Magneten; entgegengesetzte Naturder beiden Pole. Bei Wahl eines geeigneten Magneten erhält man bei dembeschriebenen Versuch eine ganz symmetrische Anordnung des Feilichts. Mankönnte hieraus schliessen, dass die beiden Stabhälften ihrem magnetischen Zu-stande nach durchaus identisch seien, und dass insbesondere von den beidenPolen dasselbe gelte. Dass dies trotzdem in einer gewissen Hinsicht nicht derFall ist, zeigt sich, wenn man den magnetischen Stab auf einen andern Magnet-stab wirken lässt, welch’ letzteren man zu diesem Zwecke beweglich anbringt,indem man ihn entweder auf Quecksilber oder (mit Hilfe eines Schiffchens, in dasman ihn legt) auf Wasser schwimmen lässt oder aber an einem oder zwei Fädenaufhängt. Nähert man alsdann den einen Pol des ersten Magneten einmal demeinen, das andere Mal dem anderen Pole des freien Magneten, so beobachtetman nur in dem einen Falle eine Anziehung, in dem anderen aber eine ebensogrosse Abstossung, und dasselbe, nur mit vertauschten Rollen der beiden freienPole, findet statt, wenn man den zweiten Pol des ersten Magneten nach einander