Erdstrome,
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Vermittelung des im Zodiakallicht sichtbaren Mediums, zugesandt. Diese Elek-tricität bildet, etwa in Folge ungleicher täglicher Drehungsgeschwindigkeiten derverschiedenen Schichten im Innern und an der Oberfläche der Erde, sowiedurch diese Drehung selbst, elektrische Ströme. Diese wiederum magnetisirenaus entsprechenden Gründen die weichen Eisenmassen im Innern der Erde underzeugen auf diese Weise den Erdmagnetismus, wobei jedenfalls auch der perma-nente Magnetismus mitwirkt, den ein Theil dieser Eisenmassen im Laufe derZeit erhalten hat. Die Thätigkeit der Sonne ist nun aber quantitativem Wechselunterworfen, und auch die relativen Erdbewegungen treten bald schwächer, baldstärker auf (Erdbeben, grosse Fluthen, Stürme u. s. w.); die Folge hiervon sindzeitweilige Erscheinungen besonders ausgeprägten Charakters, die Erdströme imErdinnern, die Polarlichter (und zum Theil auch die Gewitter) in der Erdhülle;diese ihrerseits wiederum, sowie die erstgenannten Ursachen direkt rufen diemagnetischen Störungen hervor. In wie weit hierbei, sowie bei den allmählichenAenderungen der magnetischen Elemente, die in der Sonne oder die im Erd-innern liegende Ursache von stärkerem und ursprünglicherem Einflüsse ist, lässtsich gegenwärtig nicht entscheiden. F. Auerbach.
Magnetische Induction.
Einleitung. Die beiden fundamentalen Erscheinungen im Gebiete desMagnetismus sind die Bewegung, also die Aenderung des Ortes unter dem Ein-flüsse magnetischer Kräfte (Anziehung und Abstossung, Ablenkung und Schwin-gung einer Magnetnadel u. s. w.) und die Aenderung des magnetischen Zu-standes, speciell das Magnetischwerder unter dem Einflüsse magnetischer Kräfte;jene Wirkung kann man als ponderomotorische, diese als magnetomotorischeoder magnetisirende Wirkung bezeichnen; man nennt die bezüglichen Er-scheinungen gegenwärtig allgemein magnetische Induction (s. o. pag. 48). DieGesetze der magnetischen Bewegung sind bereits im Art. »Magnetismus« ange-geben worden, der Theorie der magnetischen Induction ist der vorliegendeArtikel gewidmet.
Allgemeine Bedeutung der Untersuchung. Die Theorie der magne-tischen Induction würde sehr einfach sein, wenn der Magnetismus, welcher injedem Theile des inducirbaren Körpers entsteht, nur von äusseren inducirendenKräften herrührte. Thatsächlich kommt aber noch eine andere Kraft hinzu,welche von den übrigen, ebenfalls magnetisch gewordenen Theilen des inducirtenKörpers herrührt und sich aus entsprechend vielen einzelnen Kräften zusammen-setzt. Ein Theil dieser einzelnen Kräfte wird die äusseren Kräfte unterstützen,ein anderer Theil ihnen entgegenwirken, und der Antheil der unterstützendenund der entgegenwirkenden Kräfte wird ganz wesentlich von der Gestalt desKörpers abbängen. Die Folge wird die sein, dass die Stärke des magnetischenZustandes nicht nur von der Stärke der äusseren Kräfte, vom Material des in-ducirten Körpers und von der Zahl seiner Theilchen, also von seinem Volumen,abhängen wird, sondern auch von seiner Gestalt, dass also der Coefficient (oderw'enn es mehrere sind, die Coefficienten), welcher den Magnetismus mit deräusseren Kraft verknüpft, nur die beschränkte Bedeutung eines Magnetisirungs-