Tragkraft.
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stimmen experimentelle Resultate von Rowland 1 ) und v. Waltenhofen 3 ) rechtgut überein. Das Maximum von T für die Gewichtseinheit ist ebenfalls mehr-fach, jedoch nicht übereinstimmend ermittelt worden; z. B. fand Siemens 3 ) dasrund 400fache Gewicht.
Was dagegen die Beziehung zwischen T und J betrifft, so herrscht unter denBeobachtern, die überdies meist gar nicht J, sondern nur die Stärke des magneti-sirenden Stromes ermittelt und angegeben haben, keine Uebereinstimmung.Während einige in Bestätigung der STEFAN’schen Formeln J 2 , finden andere,z. B. noch neuerdings Siemens 4 ), J selbst für T maassgebend, und letzterer findetdies auch mit seinen theoretischen Vorstellungen in Uebereinstimmung, nochandere, wie Wassmuth 5 ), finden keines der beiden Gesetze giltig, sondern eineweit complicirtere Beziehung. Dabei leisten Systeme, welche durch die Ankergeschlossen werden, naturgemäss mehr als andere. Auch mit der Berührungs-fläche ist T nicht einfach proportional, am ehesten noch bei sehr kräftigerMagnetisirung, was erkl aüch ist, da die von Stefan angenommene, gleichförmigeVertheilung über die Fläche bei starker Magnetisirung annähernder als beischwacher erreicht ist 6 ). F. Auerbach.
Magnetismus der verschiedenen Körper.
Uebersicht. Das Eisen ist im Hinblick auf die magnetischen Erscheinungenzwar weitaus der wichtigste aller Stoffe, der magnetischen Eigenschaft sind aber,wie sich im Laufe der Zeit herausgestellt hat, auch die anderen Stoffe mehr oderweniger fähig, und einige von ihnen stehen dem Eisen nur wenig oder gar nichtnach, während andererseits auch unter den verschiedenen Sorten des Eisens undinsbesondeie zwischen Eisen und Stahl grosse quantitative und qualitative Unter-schiede bestehen. Diesen specifischen Eigenthümlichkeiten der Stoffe ist das vor-liegende Kapitel gewidmet. Es lässt sich für dasselbe eine Gliederung in folgenderWeise vornehmen. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass der Zustand, in dendie Körper gelangen können, nicht schlechthin magnetisch genannt werden darf,sondern dass dabei ein akuter Gegensatz auftritt, indem sich manche Stoffegerade umgekehrt wie die übrigen verhalten; man unterscheidet demgemässzwischen paramagnetischen (oder kurz magnetischen) und diamagnetischen Stoffen.Ferner ist schon aus den Grundlagen des vorigen Artikels klar, dass die Er-scheinungen, welche kräftig magnetisirbare und nur schwach magnetisirbare Stoffedarbieten, nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ verschieden ausfallenwerden, indem alle secundären Erscheinungen, wie die innere Induction, dieNachwirkung, die Remanenz, bei jenen von entscheidender Wichtigkeit sind, beidiesen aber so gut wie gänzlich fehlen; man muss daher auch zwischen stark-
') Rowland, Phil. Mag. (4) 46, pag. 140. 1873.
2 ) v. Waltenhofen, Pogg. Ann. 142, pag. 252. 1871.
3 ) Siemens, Wied. Ann. 14, pag. 640. 1881; Wiss. Abh., pag. 334.
4 ) Siemens, Wied. Ann. 14, pag. 640. 1881; Wiss. Abh., pag. 334.
6 ) Wassmuth, Wien, Ber. 85 (2), pag. 327. 1882.
6 ) Weitere Literatur: Lenz und Jacobi, Dub (Elektromagnetismus), Tyndall, Joule,du Moncel, Richie, Feciiner, Poggendorff, Haecker u. A m.