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Elektrodynamik.
Glimmlicht. Die wichtigsten neueren Arbeiten über das Verhalten der Kathoden-strahlen im besonderen rühren von Crookes, Goidstein, Hertz, E. Wiedemannund Lenard 1 ) her. Es kann aber hier auf die in ihnen enthaltenen Einzelheitennicht eingegangen und nur das allgemeine, wichtige Ergebniss hergehobenwerden, dass die Ablenkung der Kathodenstrahlen durch den Magneten nichteine Wirkung auf diese selbst ist (denn diese lenken umgekehrt Magnetnadelnnicht ab), sondern eine Wirkung auf das durchstrahlte Medium (Hertz); unddieses Medium kann nur der Aether sein (Lenard).
In naher Beziehung zu den hier behandelten Erscheinungen steht auch dieEinwirkung des Magneten auf elektrische Ringfiguren, über die man bei Reit-linger und Wächter 2 ) interessante Mittheilungen findet.
Zusammenhang mit dem HALL’schen und den verwandten Phä-nomenen. In einer sehr interessanten Mittheilung hat Boltzmann 3 ) daraufhin-gewiesen, in wie naher Verwandtschaft der Einfluss des Magnetismus auf Ent-ladungen in GEiSLER’schen Röhren mit dem HALL’schen und den verwandtenPhänomenen steht, und er hat durch einige einfache Versuche gezeigt, wieman die betreffenden Versuche geradezu auch in dem Medium, welches in denRöhren enthalten ist, anstellen kann, Eine der in Rede stehenden Erscheinungenist übrigens schon lange bekannt, nämlich die Thatsache, dass der Magnetismusden Durchgang des Stromes durch GEiSLER’sche Röhren erschwert, und Boltz-mann hat durch einen Verzweigungsversuch gefunden, dass dabei unter Umständeneine Verzehnfachung des Widerstandes eintritt; das ist also das für Wismuthvon Righi entdeckte Phänomen. Boltzmann hat dann ausser den primärenElektroden seitliche Secundärelektroden angebracht und auf diese Weise nichtnur den HALL-Effekt, sondern auch eine Reihe weiterer, ähnlicher Effekte erhalten.
F. Auerbach.
Elektrodynamik.
A. Uebersicht der Grunderscheinungen.
Unmittelbar nach der Entdeckung der Wechselwirkung zwischen elektrischenStrömen und Magneten durch Oersted fand der französische Physiker Ampere 4 )eine neue Eigenschaft des elektrischen Stromes. Er bewies durch Versuche,dass ein fester Stromleiter auf einen zweiten beweglichen Leiter eine verschiebendeoder drehende Wirkung ausübt und bezeichnete dieselbe als »elektro-dynamische« 5 ), weil sie nur eintritt, wenn die Leiter von elektrischen
') Crookes, Trans. R. Soc. 1879, 2. — Goldstein, Wied. Ann. 11, pag. 832. 1880;12, pag. 262. 1881; 15, pag. 253. 1881. — Hertz, Wied. Ann. 19, pag. 782. 1883. —E. Wiedemann, Wied. Ann. 10, pag. 236. 1880; 20, pag. 791. 1883. Lenard, Wied. Ann. 52,pag. 1. 1894.
2 ) Reitlinger und Wächter, Wied. Ann. 12, pag. 590. 1881.
3 ) Boltzmann, Wied. Ann. 31, pag. 789. 1887.
4 ) Andre Marie Ampere, Gilbert’s Ann. 67, pag. 113—155; 225 — 257. 1821. —
Memoire sur la theorie mathematique des phenomenes electrodynamiques, uniquementde duite de Vexperience, dans lequel se trouvent reunis les memoires que M. Ampere acommuniques ä l’Academie royale des Sciences dans les seances des 4 et 26 dec. 1820, 10. juin1822, 22 dec. 1823, 12. sept. et 23. nov. 1825. — Memoires de l’Academie T. 6. Annee 1823. 1827.
5 ) C. Neumann hat die Benennung: »ponderomotorisch« vorgeschlagen, im Gegensatzzu der »elektromotorischen« Wirkung elektrischer Ströme (der Induction).