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Elektromagnetismus.
benutzen: Stellt man einen Korkzieher üblicher Art auf die von dem Elementund der Feldrichtung gebildete Ebene senkrecht auf und dreht ihn auf demkürzesten Wege aus der Stromrichtung in die Feldrichtung, so giebt die Auf-oder Niederbewegung der Axe des Korkziehers die Richtung der Kraft an. DieKraft ist am grössten, wenn das Stromelement auf der Feldrichtung senkrechtsteht, sie ist null, wenn es in die Feldrichtung hineinfällt. In jedem Falle,ausgenommen den letztgenannten, wird sich also das Stromelement durch dasFeld, quer zu den Kraftlinien, bewegen. Dasselbe gilt von einem endlichenoder unendlich langen gradlinigen Strome, und man kann nach Obigem leichtdie Richtung angeben, in der er sich bewegen wird; beispielsweise wird sichder in Fig. 188 durch seinen Querschnitt dargestellte, von oben nach untenfliessende Strom in dem von rechts nach links gerichteten Felde von der unterenZeichnungshälfte nach der oberen bewegen, oder anders ausgedrückt: Im Feldeder Erde bewegt sich ein von oben nach unten fliessender Strom nach Osten,ein von unten nach oben fliessender nach Westen.
Es möge hier eingeschaltet werden, dass der Magnetismus unter Umständenauch auf statische Elektricität einwirkt und überhaupt auf Elektricität in irgendwelchem Zustande (vergl. z. B. Einwirkung auf elektrische Entladung am Schlüssedes Art.) Mit Rücksicht hierauf ist die Berechnung der Wirkung des Magnetismusauf ein elektrisches Theilchen, wie sie Riecke 1 ) durchgeführt hat, von Wichtig-keit. Es ergiebt sich dabei, dass die Geschwindigkeit des Theilchens constantist, und im Besonderen für ein homogenes Magnetfeld, dass das Theilchen eineSchraubenlinie beschreibt, deren Axe dem Felde parallel ist.
Hat man einen geschlossenen Strom irgend welcher Gestalt, z. B. einenKreisstrom, so sieht man nach dem Gesagten unmittelbar ein, dass dieser sich
im gleichförmigen, magnetischenFelde nicht fortbewegen, sonderndrehen wird, und zwar lo lange, bisdie entgegengesetzten Wirkungen aufdie von entgegengesetzten Strömendurchflossenen Elemente sich aut-heben. Offenbar ist dies bei sym-metrischer Lage der Fall, der Kreis-strom wird sich also mit seinerEbene senkrecht gegen das Feld-stellen, was auch schon unmittelbaraus der Aequivalenz mit der magne-tischen Schale folgt. In Fig. 190sind die Kraftlinien dargestellt indem Augenblicke, wo der Kreismit seiner Ebene noch in der Feldrichtung liegt, also ehe er sich gedreht hat;wie man erkennt, sind hier die Kraftlinien nicht, wie bei Fig. 188 und 189 be-rechnet, sondern experimentell mit Hilfe von Eisenfeilicht hergestellt worden.
MAXWELL’scher Satz. Man kann die Einstellung eines geschlossenenStromes am anschaulichsten durch den folgenden, von Gauss aufgestellten, abererst durch Maxwell weiter entwickelten und fruchtbar gemachten Satz charak-terisiren: Ein geschlossener Strom stellt sich im magnetischen Felde so ein,dass die Zahl der durch ihn hindurch gehenden Kraftlinien ein Maximum ist.
\) Riecke, Wied. Ann. 13, pag. 191. 1881.
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(P. 190 .)