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Elektromagnetismus.
Ihnen reihen sich die elektrischen Chronographen an, bei denen durch Schreib-stifte, die mit den Ankern verbunden sind, Sekundenmarken aut einer vorbei-gleitenden Fläche erzeugt werden. Hiermit wiederum ist der elektromagnetischeDrucktelegraph aufs Engste verwandt. Endlich sei auf den ARON’schenElektricitätszähler (Bd. III (1), pag. 24g) hingewiesen, bei dem umgekehrt wieoben der Pendelgang durch Stromspulen beeinflusst wird.
Eine noch verwickeltere Aufgabe als die elektromagnetische Stimmgabellöst das Telephon, insofern es den Strom nicht einfach in bestimmter Periodeschliesst und öffnet, sondern seine Stärke in ganz allgemeiner Weise periodischverändert, derart, dass Tonstärke, Tonhöhe und Klangfarbe bestimmte Wertheerhalten. Ein elektromagnetischer Schwingungsapparat ist natürlich nur dasempfangende Telephon, dessen Platte durch die von der Ausgangsstationkommenden Ströme und den durch sie erregten Magnetismus bewegt wird;das gebende Telephon ist ein Inductionsapparat, und es wird deshalb bei derLehre von der Induction elektrischer Ströme noch darauf zurückzukommen sein.
Um von den Schwingungsapparaten der skizzirten Art zu Rotationsapparatenzu gelangen — die aber von den oben behandelten eigentlichen Rotations-apparaten wesentlich verschieden sind — kann man verschiedene Kunstgriffeanwenden. Am nächsten liegt es natürlich, die schwingende Bewegung wie beider Dampfmaschine durch mechanische Uebertragung in Rotation zu verwandeln.Diese Idee liegt in der That dem ältesten Elektromotor, dem von Henry (1831)zu Grunde; aber obgleich dal Negro, Page, Bourbouze u. A. die Maschinesuccessive vervollkommneten, hat sie keinen bemerkenswerthen Erfolg errungen 1 ).
Ein Apparat, bei welchem durch einfache Anziehung Rotation erzeugt fvird,ist das BARLOw’sche Rad 2 ). Zwischen den Polen eines horizontal liegendenHufeisenmagneten ist, über sie hinausragend, eine Rinne mit Quecksilber an-gebracht, in welche das Finde eines um eine horizontale, darüber befindlicheAxe drehbaren Metallstreifens eintaucht. Wird ein Strom hindurchgeschickt, sozieht der Magnet den Streifen in sich hinein, hebt ihn damit aus dem Queck-silber heraus und kann ihm unter Umständen einen solchen Schwung ertheilen,dass er sich vollständig herumdreht und das Spiel beim Eintauchen in dasQuecksilber von Neuem beginnt. Um die Erscheinung auch mit schwächerenKräften zu erhalten, ersetzt man den Streifen durch ein Sternrad, dessen Strahlennach einander mit dem Quecksilber in Berührung kommen.
Während hier die Rotation durch die Schwungkraft oder durch die Ein-führung neuer Elemente erzielt wird, bedient man sich bei anderen Apparatenhierzu der selbstthätigen Umkehrung des Stromes zu der Zeit, zu welcher fürdie bisherige Stromrichtung der stabile Gleichgewichtszustand erreicht war; dasGleichgewicht wird dann von neuem gestört und die Bewegung setzt sich fortden wirkenden Kräften zufolge könnte sie dies ebensowohl im Sinne einerUmkehr, wie im Sinne einer Fortsetzung der bisherigen Bewegung thun, dasbeharrungsvermögen entscheidet für die letztere Alternative. Am einfachstenlassen sich diese Verhältnisse an Ritchie’s 3 ) rotirendem, hufeisenförmigemElektromagneten (1833) verfolgen, der, mit den Polen nach unten, über einemebenfalls hufeisenförmigen Stahlmagneten, dessen Pole nach oben weisen, rotirt,und der zur Ruhe kommen würde, sobald seine Pole sich direct über den
*) Näheres s. bei S. P. Thompson, Dynamoei. Machinery, 2. Aufl., pag. 397.
Barlow, Essay on magn. attr. Lond. 1823, pag. 279.
3 ) Ritchie, Tr. R. Soc. 1833 ( 2 )> P a g- 3 1 8; Pogg. Ann. 32, pag. 538.