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III/1 (1895) [Elektricität und Magnetismus (II)] / unter Mitwirkung von Prof. Dr. F. Auerbach, Dr. E. Brodhun, Prof. Dr. F. Braun, Dr. S. Czapski, Dr. P. Drude, Prof. Dr. K. Exner, Prof. Dr. W. Feussner, Dr. L. Grätz, Prof. Dr. H. Kayser, Prof. Dr. F. Melde, Prof. Dr. A. Oberbeck, Prof. Dr. J. Pernet, Dr. F. Pockels, Dr. K. Pulfrich, Prof. Dr. Fr. Stenger, Dr. R. Straubel, Dr. K. Waitz ; herausgegeben von Dr. A. Winkelmann
Entstehung
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358
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Induction.

c) der secundären Spirale S 2 , welche aus einer grossen Zahl von Win-dungen eines dünnen, gut isolirten Kupferdrahts besteht,

d) dem selbstthätigen Unterbrechungsapparat U,

e) dem Condensator C (letzterer pflegt wenigstens bei den stärkeren Appa-raten nicht zu fehlen).

In seiner einfachsten Form besteht der Unterbrecher aus einem federndenMessingblech M, welches ein Eisenstück A trägt, das von dem Elektromagnet Ebei Stromschluss angezogen wird. Letzterer erfolgt zunächst durch den Commu-tator W und durch die Schraube Q, welche die kleine Platinplatte P berührt.Wird die elektomagnetische Anziehung auf A wirksam, so erfolgt eine Strom-unterbrechung, auf welche dann in Folge der Schwingung von M wieder einStromschluss folgt u. s. w. Bei anderen Apparaten wird diese Function durcheinen besonderen hufeisenförmigen Elektromagnet übernommen, durch dessenWindungen der primäre Strom hindurchgeht. Endlich wird bei den grösserenInductorien eine etwas complicirtere, von Foucault 1 ) angegebene Unterbrechungs-vorrichtung angewandt. Bei derselben wird der Unterbrechungsapparat durcheine besondere Kette in Thätigkeit erhalten. Die Unterbrechung erfolgt hierdurch das Herausziehen eines Stiftes aus einer Quecksilbermenge, über welchersich eine schlecht leitende Flüssigkeit befindet. Durch diese Vorrichtung wirdein zweiter Platinstift aus einer zweiten Quecksilbermenge herausgezogen undhierdurch der primäre Strom des Inductoriums unterbrochen.

Ist der Inductionsapparat in Thätigkeit, so wird in der secundären Rolle beimSchliessen der Kette ein Inductionsstrom (der Schliessungsstrom) in der einenRichtung, beim Oeffnen ein Strom in der entgegengesetzten Richtung (der Oeffnungs-strom) inducirt. Die Gesammtstärke derselben ist gleich. Ihr Verlauf aber, undin Folge dessen die Spannung an den Enden der Rolle, ist sehr verschieden.Eingehendere Betrachtungen hierüber werden in Abschnitt III folgen. Hier sollnur zum weiteren Verständniss erwähnt werden, dass das Ansteigen des primärenStromes verhältnissmässig langsam erfolgt, weil in dem jetzt geschlossenenStromkreis der Extrastrom seine volle (verzögernde) Wirkung ausüber. kann.Dem entsprechend steigt auch die elektromotorische Kraft des Schliessungs-stromes langsamer an und sinkt ebenso langsam wieder herab. Könnte derprimäre Stromkreis plötzlich unterbrochen werden, so würde die elektro-motorische Kraft des Oeffnungsstromes in ausserordentlich kurzer Zeit ihrMaximum erreichen und dem entsprechend die Spannung an den Enden dersecundären Spirale einen sehr hohen Werth erlangen. Da indess an der Unter-brechungsstelle der primäre Strom noch kurze Zeit durch den Oefinungsfunkengeschlossen bleibt, wobei allerdings bereits ein schnell wachsender Widerstandeingeschaltet ist, so vollzieht sich die Entwickelung der elektromotorischen Kraftdes Oeffnungsstromes in einer etwas längeren, wenngleich immer noch sehrkurzen Zeit. Hiernach erfolgen Funkenentladungen bei den Inductorien untergewöhnlichen Verhältnissen nur von Seiten des Oeffnungsstromes. Alle Um-stände, welche die Oeffnung des primären Stromkreises beschleunigen resp. denOefinungsfunken schwächen, tragen daher dazu bei, die Spannung des Oeffnungs-stromes und die Länge der Funkenstrecke zu vergrössern. Ungünstig wirkenMetalle an der Unterbrechungsstelle, welche bei niedriger Temperatur ver-dampfen. Dagegen ist die Einschaltung einer sehr schlecht leitenden Flüssigkeitvortheilhaft, da in derselben der Oeffnungsfunke sich schwerer ausbildet als in

) Foucault, Compt. rend. 43, pag. 44. 1856.