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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Einleitung.

Temperatur von +28° R. den Fuss aus der Schale, bei +30° R.bewegten sich die Thiere dieser Art schnell mit Uebclbefiudcn,die Fühler abwechselnd vorschiebend und zurückziehend. Rcieiner mehr steigenden Temperatur bewegten sie sich lebhaftnach allen Richtungen. Rei +39° ruhten sie ganz, schienennicht mehr irritabel, kehrten aber hei allmäliligen Sinken derTemperatur auf + 36° R. dauernd ins Leben zurüeh. Bei + 40°R. erfolgte der Tod.

Die Insecten und die auf dem Lande lebenden Amphibiender heissen Gegenden, welche während der Dürre in einen Som-merschlaf verfallen, entziehen sich der ihnen lästig werdendenHitze, indem sie sich tiefer in die Erde vergraben, wo sie ineiner massigen Temperatur und einem ausreichenden Feuchtig-keitsgrade, der Einwirkung der Luft und des Lichts beraubt,in denselben Zustand versetzt werden, in dem unsere Winter-schläfer sich befinden, wenn sie sich hei herannahendem Win-ter verborgen haben. Die Dürre ist bei diesen Thieren die Ur-sache des Vcrbergens, nicht das, was sie asphyctisch macht.Die Wärme wirkt zunächst Reiz erhöhend auf die Thiere. Wür-den sie aber so lange in der Dürre verweilen, bis sie Reiz ent-ziehend auf sie wirkte, und dies längere Zeit dauern, so wür-den sie sich nicht mehr verbergen und der Einwirkung derDürre erliegen. *)

Halten der Ornithorhynclius und der Tackyglossus wirklich

') Wenigstens glaube ich, muss diess als Hegel betrachtet werden,wenn es auch Insecten geben mag, die besonders in noch unvollen-detem Zustande, als Eier, Larven oder Puppen, während der trocke-nen Jahreszeit im Freien sich befinden und der vollen Einwirkungder Hitze ausgesetzt bleiben, die das Vermögen besitzen, der Hitzezu widerstehen und deren Eigenthümlichkeit es mit sich bringt, dasssie einem gewissen Grad von Hitze ausgesetzt werdcu um alsdann,unter Einwirkung der Feuchtigkeit, zur Entwickelung zu gelangen,wie es bei uns Insecten giebt, die als Eier, Larven oder Puppen ei-nem gewissen Kältegrade ausgesetzt werden müssen und dcsslialbüberhaupt höhere Kälte-Grade zu ertragen im Stande sind.