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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Fünftes Capitel.

des Winters häufiger. Zerbricht man den Deckel während da#Thier bei +12 b is 15° R. Nahrung genug hat, so setzt esseine gewohnte Lebensweise 8 Tage fort, frisst, der Mantel-saum wild w ieder weiss, und bildet einen neuen Deckel. Sinktdie Temperatur auf +8 bis 10°, so frisst es wenig, und derDeckel wird wenig' kalkig, bleibt dünn und biegsam; bei + 3bis 6° frisst das Thier nicht, kriecht w enig, heftet sich irgendwo an, macht nur einen häuligen Deckel, oft gar keinen, undbleibt so im Winterschlaf. Tritt Frost ein, so bereitet es kei-nen Deckel und stirbt. Der Deckel besteht, wie bereits Swain-merdain gezeigt hat, aus kohlensaurem Kalk, loset sich unterAufbrausen ganz in Mincralsäure oder Essigsäure auf, und allediese Auflösungen, mit Kali uudNatrum behandelt, geben reich-lichen Niederschlag. Calcination versetzt ihn in den Zustandvon ätzenden Kalk. Der Mantelsaum enthält in seinen Drüsenoder Gefässen kohlcnsauren Kalk in Verbindung mit einemhlebrigten Safte. 1m Früblingc ist er leer und aschgrau. Ersondert auch die Schale ab. Schneidet man ihn ab und legtihn in Säure, so brauset er auf. Das Thier soll den Kalk nichtblos durch seine vegetabilische Nahrung, sondern auch durchErdefressen gewinnen. Schnecken, denen man nichts weiterals alte Schalen zur Nahrung gab, w'aren dennoch im Standeihr Haus zu schlicssen. Nach Gaspard gingen alle nicht ver-schlossenen Schnecken, bei einer ganz niedrigen Temperatur,oder wenn diese unter den Gefrierpunkt sank, zu ?»runde.Sie vcrschliessen sich auch bei einer hohem Temperatur undüberflüssiger Nahrung. Im Sommer bei grosser Trockenheitfindet man die Schnecken durch ein seidenartiges Hand zwi-schen verschiedenen Körpern und der Schale angeheftet, inwelcher sich, der Athmungs-Oeflnung gegenüber, eine kleineweisse kalkartige sehr gebrechliche Stelle befindet, welche zu-weilen durch eine Oeftuung ersetzt wird. Fallen sie durch