Einfluss der Temperatur auf die Winterschlafes 145
Von Limnaeus percger Latte ich 20 Exemplare beim Be-ginn des Winters, welche alle im Laufe desselben mehreremale einfrorcu. Zwei von ihnen nahm ich am 22. Dcccmbcr1844 aus dein Sande am Boden einer grossen Schale, in wel-cher ein grosses Eisstiick lag, und in dessen Wasser die Tem-peratur + 1°R. betrug. Beide waren durch häutige Deckelverschlossen, nach deren Entfernung die Thicre, bei Berüh-rung schwache Bewegung zeigten. Am 7. April, als ich nachallen Thieren sah, waren sie bis auf 5 todt, diese lagen nochim Sande. Es waren 2 Thiere mittlerer Grösse und 3 ganzgrosse, die in Wasser von + 6°R. alsbald aus ihren Häusernherauskamen und lebhaft uinherschwamincn.
Am 22. December 1844 nahm ich 20 Scheibenschnecken(Planorbis corneus) aus dem Wasser, in dem sie eingefrorengewesen. Von 8, die ich näher betrachtete, waren 4 todt, dieandern 4 durch weiche häutige Deckel, in geringer Entfernunghinter der Oeffnung der Schale verschlossen. Eins von die-sen hatte 3 häutige Deckel hintereinander. Sie bewegten sichkaum, als ich den vorderen Tlieil der Schale bis an die Thiereweggenommen hatte und diese berührte. Ich brachte dieseThiere in einer besonderen kleinen Schale in mein geheiztesZimmer. Am 23. waren sie alle hervorgekommen, mit vorge-strcckten Fühlern, welche sie hei Berührung sogleich zurück-zogen. Ich stellte sie wieder in die Kälte. Schon am 24. wardas Wasser, in dem sie sich befanden, an der Oberfläche, am29. früh, als ich nachsah, zu einem Eisklumpen vollständig ge-froren, aus dem ich zwei von den Thieren ausmeisselte, dieerfroren und todt waren. Nachmittags, nachdem das Wasserin meinem geheizten Zimmer aufgethaut, zeigte sich, dassdas 3tc Thier ebenfalls todt, das 4te jedoch lebend war. Die.ses hatte die Mündung des Hauses wieder durch einen häuti-gen Deckel verschlossen, hinter dem es sich'in der gewöhnli-chen Lage wie im Winterschlaf befand- Es zog sich bei Be-
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