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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Achtes Capitel.

riihrung nicht weiter zurück. Bis zum folgenden Tage bliebcs in meinem erwärmten Zimmer, schwamm jetzt munter um-her, mit ausgestreckten Fühlern, die es bei der Berührung so-gleich einzog. Am 7. April lebten überhaupt noch 11 Exem-plare von Planorbis corneus. Unter diesen w aren 3 ganz grosseTliiere, 4 mittlerer Grösse, 3 unter mittlerer Grösse und 1 ganzkleines Thier. Die Sterblichkeit unter ihnen, war also vielgeringer gewesen, als unter den Limnaeen. Am geringstenw r ar die Sterblichkeit hei Pianorhis inarginalis. Es mochtenetwa 20 gestorben sein, es lebten aber am 7. April noch über60 Thicre dieser Art von verschiedener Grösse, die den Win-ter über alle wiederholt bei mir eingefroren gewesen waren.

Dass die Fische selbstständige Wärme erzeugen wirdjetzt nicht mehr bezweifelt. Erscheint ihre Temperatur auchin manchen Fällen der Temperatur des Wassers in dem sieleben, gleich, so ist sie doch in der Begel um etwa» höherals diese, nur in wannen Quellen geringer*). Ueber die Tem-peratur der Fische während des Winterschlafes, ist jedochkaum etwas Näheres ermittelt. Hühner * 2 ) setzte einen Aal,dessen Wärme im Magen +2°B. betrug, einer künstlichenKälte aus, worauf seine Temperatur auf V. 0 sank, und da»Thier todt schien, jedoch am andern Tage lebend gefundenwurde. Von manchen Fischen wird es behauptet, das* siezum Lehen wieder erwachen, nachdem sie gefroren gewesen.Franklin 3 ) hat hierüber Beobachtungen mitgctheilt, die im

J ) S. Rndolphi Physiologie, Bd. 1 S, 174177, Tiedemann PhysiologieBd. 1. S. 4'3 474.

2 ) Tiedemann a. a. 0.

s ) Mir sind diese Angaben mir ans Frorieps Xotizen B'. 5 1825. undJ, Müllers Jahrberieht 1825 bekannt. Die Heise Franklins an die Il'erdes Polar-Meeres, >n der sie enthalten sind, liegt mir nicht vor. Dienäheren Verhältnisse, unter denen diese Thiere erfroren gewesen seinsollten sind mir daher nicht bekannt, und ein vollkommen sicheresUrtheil kann ich daher nicht fällen.