Buch 
Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
Entstehung
Seite
148
JPEG-Download
 

148

Achtes Capitel«

Am 23. brachte ich sie in Wasser von +22 0 R. Sogleich tra-ten deutliche Bewegungen ein, namentlich am Kopfende. Am24. war das Wasser in dem kleinen Näpfchen, rings um denWurm, an der Oberfläche, wie in der Tiefe zu Eis gefroren,und in der Mitte befand sieh eine kleine, flüssig geblicheneHöhle, in der der Wurm lag, ohne gefroren zu sein. In Was-ser von +23°R. gebracht, bewegte er sich sogleich wieder, so-w'ohl bei Berührung, als ohne dieselbe. Am 28. war das Was-ser um den Wurm ganz zu Eis geworden, der Wurm selbstzwar weich, nicht gefroren, aber todt. Blumenbach hielt ei-nen Laubfrosch, der eines Morgens in Wasser ganz eingefro-ren war, mit diesem wieder aufthaute, und noch lange lebte.Ansphel ') stellte einen Versuch mit 40 Fröschen an, die inWasser eingefroren, mit ausgebreiteten Extremitäten unbe-weglich im Eise steckten, beim Aufthauen des Eises, mit Aus-nahme dreier, die todt waren, sieh munter w ieder hervorar-beiteten. So wenig es nachgewiesen ist, dass diese Thieregefroren waren, so wenig darf inan überhaupt das Wiederer-Wachen gefrorener Frösche und Kröten annehmeu, sobald voneinem allgemeinen Gefrieren, nicht hlos von partiellem Ge-frieren untergeordneter Glieder die Rede ist, wenn aueh dieAnnahme, dass ganz erfrorene Thiere dieser Gattungen wie-der aufleben können, von ausgezeichneten Physiologen neue-ster Zeit noch gestattet wurde.

Ueber den Einfluss der äusseren Temperatur auf Kröten,nämlich junge Exemplare von Bufo variabilis, und die Eigen-wärme dieser Thiere, habe ich folgendes beobachtet:

Am 5. Novbr. 1843 in einer Lufttemperatur von +10° R.stieg' der Thermometer, auf den Rücken einer Kröte gebracht,die mit geschlossenen Augen vor der Berührung unbeweglichlag, auf +11°R. Als ich das Thier zwischen die Fingerspiz-zen nahm, stieg die Temperatur des Thiercs in 10 Minutenauf +14°R.

Salamonis Auschet Thunatolog.a, Goettingae 1795, 8, S, 21.