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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Kcuntc* C'apitcl.

lag es ohne alle Bewegung seheintodt. Ieh nahm es aus demWasser, aber nach Verlauf einer Minute regle es sich wiederwenn cs berührt wurde, und zwar stärker hinten als -vorn,ZO g sogar heim Kneipen die hinteren Extremitäten lebhaft ein,während bei demselben Reiz Kopf und vordere Extremitätennicht angezogen wurden. Ieh entfernte das ganze Gehirn,worauf die hinteren Extremitäten ebenfalls noch beim Kneipenangezogen wurden, wenn auch nicht mehr so lebhaft. NachEntfernung des Rückenmarkes erfolgte keine Reaction mehr.Der Ductus ßotalli licss noch eine Borste durch, das foramenovale war noch nicht ganz geschlossen.

Ein sehr abgemagerter Vespertilio barbastellus, der abervollkommen wachte, die Flughäute ausbreitete und schrie,aber nur 21 S / 4 0 B Lebenswärme zeigte, starb unter Wassergehalten in 3 Minuten am 19. April 1844, ein sehr fetterVespertilio auritus bei -|-28 , / 2 <> R. Lebenswärme am 13. Octbr.in einer Minute.

Ein krankes, an der hinteren Körperhälfte ganz gelähmtes,kühl sich anfühlendes Ziesel wurde von mir am 4. Juni unterWasser gebracht. Nach Verlauf von 6 Minuten machte esnoch Respirations-Versuche mit weit geöffnetem Maule. Noch6 Minuten später war es todt. Am 19. April 1845 ersäufteich einen jungen, aus dem Winterschlafe vollkommen erwach-ten, munteren Hamster. Schon nach 1'/» Minuten war er as-pliyctisch und noch l'/j Minuten später, als ich ihn aus demWasser zog, todt.

Ich glaube nach diesen und den noch später mitzuthcilen-den Versuchen annehmen zu müssen, dass der Igel, wennauch einzelne Individuen bei vollkommen unterbrochener Re-spiration schnell sterben, im Allgemeinen doch auch im wa-chenden Zustande länger als andere Süugethiere eine Unter-brechung der Respiration ertragen kann. Es ist dies wahr-scheinlich begründet in der vorherrschenden Entwickelung