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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Respiration der Winterschläfer.

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der häutigen Gebilde seiner Respirations - Werkzeuge, durchwelche er den Amphibien einigerinassen näher tritt als dieübrigen Säugetliiere. Auch stimmen hiermit die Beobachtun-gen von Saissy überein, nach denen der Igel eine länger aus-dauernde und stärkere Athinungsfähigheit besitzt als die übri-gen Säugetliiere, vermöge deren er 1 Stunde und 5 Min itcnin einer nicht mehr zum Verbrennen taugliehen Luft athmenund leben kann, während das Kaninchen nur 25, die Battenur 5 Minuten darin ausdaiiert und der Sperling sogleich da-rin erstickt. Der Igel ist somit im Stande allen Sauerstoffeiner gegebenen Luftmenge zu verzehren).

Ist auch während des Winterschlafes die Respiration jzuAnfang und zu Ende nur unvollkommen aufgehoben, und trittsie auch während der Höhe von Zeit zu Zeit wieder ein, soist doch eine bald längere bald kürzere Zeit dauernde voll-kommene Unterbrechung derselben ausser allen Zweifel ge-setzt und die Thierc können in luftleerem Raume, in irrespi-rahlen Luftarten und unter Wasser, ohne allen Nachtheil, nachVerschiedenheit der Zustände, unter denen sic sich wahrschein-lich befinden, bald längere, bald kürzere Zeit sich aufhaltcn.Es ist dies durch die Versuche von Spallaüzani, Saissy, M.Hall und Czermack unwiderleglich dargethan. Spallanzani 2 )brachte eine torpide Mannotte bei einer Lufttemperatur von 12° R. in kohlensaurcs Gas, in dem ein Vogel und eineRatte sogleich starben. Nach Verlauf von 4 Stunden hattedie Marmotte noch nicht im Mindesten gelitten. Bei Fleder-mäusen wiederholte er denselben Versuch mit gleichem Er-folge. Ferner brachte er zwei Fledermäuse bei einer Lufttem-peratur von 9 W R. in Stickgas. Nach Verlauf von 2 Stuu-

') Xaissvs Beobachtungen über einige Winterschlafemle Säugetliiere,Meckel's Archiv, Bd. 3. 1817. Heft 1.

Memoires sur la Respiration. P, 75.

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