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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Respiration der Winterscliläfer.

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ter schwach sichtbaren Respirations-Bewegungen eine geringeQuantität Sauerstoff. Als die Thierc aus der Glocke genom-men wurden, war die Lebenstemperatur um etwas über 2°R.gestiegen. In einer Lufttemperatur von 0°R. batte die grosseHaselmaus bei einer Lebenstemperatur von -f2/ s °R., und dieHufeisennase von -j-27s°R. innerhalb 8 Stunden gar keinenSauerstoff verzehrt. Durch Beobachtungen von M. Hall wer-den jene Angaben vollständig bestättigt. Eine Fledermaus,die er im vollkommenen Winterschlafe eine Nacht bei einerLufttemperatur von +4'/., 0 R. in den Pneumatometer brachte,hatte nach 10 Stunden kein Gas absorbirt. le mehr das Thieraber geweckt wurde, desto mehr absorhirtc cs. Eine andereFledermaus absorbirte im Zustande des Vollkommenen Win-terschlafes während 24 Stunden im Pneumatometer eine ganzgeringe Quantität Gas. Bei einem dritten Versuche wurde in60 Stunden soviel Sauerstoff absorbirt, als während des wa-chenden Zustandes in weniger als 30 Minuten. Es geht ausdiesen Beobachtungen hervor, dass, wenn auch nur im gerin-gen Grade, doch von Zeit zu Zeit während des tiefen Win-terschlafes intereurrirend die Respiration eintritt. Eine Fle-dermaus, welche Prunclle in einem durch Kalkwasser abge-sperrten Recipienten brachte, der ungefähr 1 Litre Luft ent-hielt, w r ar nach 10 Tagen todt, eine zweite sehr krank undstarb nach einigen Tagen. Spallanzani, der sich von der voll-kommenen Unterbrechung der Respiration während der Höhedes Winterschlafes durch seine Versuche überzeugt hielt, wollteerfahren ob während dieser Zeit durch die Haut kohlensauresGas entwickelt werde. Stiekgas, in welches er Fledermäusebei 9°U. 2 Stunden hindurch aufbewahrt hatte, enthielt kei-ne Kohlensäure. Als er den Versuch hei 3'4° Tempera-tur fortsetzte, entwickelte sich etwas Kohlensäure. Spallan-zani schloss, dass diese durch die Haut entwickelt sei,-weildie Lethargie des Thieres stark fortdauerte und er keine Re-

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