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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Zehntes Capitel.

in der ersten Viertel - Stunde 20 Gran, nach Verlauf von 2Stunden noch 5 Gran reines Blut aus.

Ain 3. Januar 1845 untersuchte ich 2, durch Deehel ver-schlossene, ruhig im Winterschlaf liegende Thiere auf dieselbeWeise, indem ich das Herz entblösste und das Atrium anstach.Das lte gab im Ganzen mit der Nachblutung 35 Gran; dasandere 42 Gran reines Blut.

Da die Angaben von Erman und Carns über die qualita-tive Beschaffenheit des Blutes jin gradem Widerspruche zueinander stehen, namentlich in Betreff der Gerinnbarkeit undder Gegenwart der Kügelchen, so glaubte ich bei meinen Un-tersuchungen hierauf besonders achten zu müssen. So allge-mein die Angaben von Carus auch von den Physiologen inneuerer Zeit angenommen worden sind, so bestimmt muss ichihnen doch widersprechen. Carus hat die hei der Untersu-chung des Blutes von Helix pomatia nothwendigen Cautclcngänzlich unberücksichtigt gelassen, und daher kein reines Blutzu seinen Untersuchungen bekommen. Ich habe das freiwilligeGerinnen des reinen Blutes von Helix pomatia, die Trennungdesselben in einen ßlutkuchcu und in Blutserum nie gesehen,weder hei während des Winterschlafes untersuchten, noch beivollkommen erwachten, im Frühling, Sommer oder Herbst un-tersuchten Thieren. Die freiwillige, in einigen Tagen erfol-gende Scheidung in einen blauen und farblosen Tlieil, die je-doch beide flüssig bleiben, habe ich wiederholt, wie Gaspardbeobachtet, dann aber verdunstet das Blut allmälig, und Csbleibt ein grauer Rückstand zurück, der in der Sonne in ver-schiedenen Farben, roth, grün und blau spielt, spröde ist undfest am Boden des Gefässes haftet. Beim Eintrocknen desBlutes bilden sieb Krystalle von verschiedenen Formen, tlicilseinfache Tetraeder, Hexaeder, Oetoeder, tlicils nadelförmige,Ucrnförmigc und bauinförmige. Die gröberen sieht man schonui(_ blossen Augen, aber ihre Form erkennt man erst genau