Blut der Winterschläfer,
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Die unvollständige Mischung’ der rotheu und farblosenßlutthcile habe ich übrigens auch mehrmals bei, im wachen-den Zustande getödteten Wasserfröschen gefunden.
Das Blut der Winterschläfer unter den Säugcthiercn istschon lange Gegenstand der Beachtung der Naturforscher ge-wesen. Hildebrand ') will, wie er sich ausdriiekt, eine eigeneBeschaffenheit desselben als Ursache des Nichtfaulens beiinHamster, trotz dem, dass es während des Winterschlafes inStockung gerathen soll, nicht anerkennen.
Nach Sulzcr 1 ) gerinnt das Blut des wachenden Hamstersfrüher, als das des im Winterschlafe befindlichen. Er öffneteeinem Hamster während des Winterschlafes die Brusthöhle.Das Blut welches sich hier ansammelte, soll mehrere Stundenflüssig geblichen, heller als im Sommer gewesen sein, undFettpünktchen sollen auf der Oberfläche geschwommen haben.Der dicke schwärzliche Theil des Blutes vom wachenden Tliic-re sagt Sulzcr, verliert nicht ganz seine Flüssigkeit, und dasin ihm sich sammelnde Serum bleibt ziunoberroth.
Bei einem am 22. März ersäuften alten Hamster, den ichden Winter über gehalten hatte, und der während desselbennie Spuren vom Winterschlaf gezeigt hatte, war am 23., alsich die Brusthöhle öffnete, das Blut in den Gelassen nochnicht geronnen, und nach Einschneiden des rechten Ventrikelsflössen bald 35 Gran Blut ah, in dem sich schon nach 5 Mi-nuten ein weiches, wenig zusammenhängendes Gerinnsel bil-dete; am 24. waren noch 25 Gran Blut in die Brusthöhle er-gossen, in dem sich ebenfalls Gerinnsel gebildet hatte, undam 25. waren von neuem 29 Gran Blut in die Brusthöhle ge-flossen. Dies Letztere erschien tlieils hellroth, aber flüssig,theils nur als rüthliehcs Serum. Gerinnsel hatte sieh in ihm
*) Wahrnehmung von den Hamstern. Neues Hamburger Magazin. St.
25 Leipzig 1769.
*) a. a. 0. S. 168. 170.