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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Sensibilität nnd Irritabilität der Winterschläfer.

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diesen entfernen zu können. Ein anderes Thier, welches ichauf dieselbe Weise behandelte, war nach Verlauf von 4 Stun-den bis hinter den Kalkdcckel vorgerückt, ohne ihn ölfnen zukönnen.

Ein Thier, dessen Schale ich ganz entfernt, nnd dem ichalsdann den Kopf abgcschnilten halte, verkürzte alsbald denFuss und schlug ihn von beiden Seiten zusammen. Als ichden gewundenen Theil des Körpers ganz wegschnitt, schlugcs den Fuss am vordem und hintern Ende in die Höhe. Ge-wöhnlich ziehen sich die Thiere, wenn man, ohne den Kalk-dcckel zu verletzen, in die Schale, über dein Lungensaek undHerzen eine Oeflfnung macht, weiter zurück, ohne Zweifel inder Absicht, sich tiefer in die Schale zu verbergen, und sosieh mehr gegen äussere Einw irkungen zu schützen. Die. Sen-sibilität dieser Schnecken ist also während des Winterschlafesnach dein hohem oder niedern Grade desselben, und nach in-dividuellen Verschiedenheiten mehr oder minder hcrabgcstiinm.t vaber sie erlöscht weder im Ganzen noch im Einzelnen.

In Betreff des Sehens der Schnecken habe ich folgendesbeobachtet:

Vier Thiere, die am 9. April ihre Deckel geöffnet hatten,kamen in meiner Arbeitsstube auf der Anatomie vollständigaus ihrem Hause hervor, und gingen mit ausgebreiteten Füh-lern einher. Die grossen hatten sie weit nach oben und aus-sen gerichtet, mit den untern streiften sie in geringer Entfer-nung vom Boden, diesen von Zeit zu Zeit berührend, Ichsetzte sie neben einander auf ein Brett in geringer Entfernungvom Fenster, so dass der Kopf in das Innere des nieht sehrlichten ein fenstrigen Zimmers gerichtet war. Alle aber kehrten sich sofort um, uml gingen in grader Richtung aufs Fen-ster zu. Eben so oft, als ich ihnen die Richtung in die Dun-kelheit gab, wendeten sie sich, und gingen dem Lichte von

neuem zu.

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