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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Zwölftes Capitel.

Eine Schnecke, der ich am 28. Dcchr. 1843 die Deckel'vvcg'ßenommen, war am 29. ans ihrem Hause hervor gekom-men, ging grade und sehr kräftig mit weit ausgchrcitctcn Füh-lern auf das Licht zu. Ich schnitt dem Thicrc zuerst den Hu-ken grossen Fühler ab:, cs zog sieh zurück, kam nach einigerZeit wieder vor, und ging nun, indem ich dem Kopfe dieRichtung ins Dunkle, gegen die Tlnire des Zimmers hin ge-geben hatte, grade auf diese, mit übrigens ausgchrcitctcn Füh-lern zu$ dasselbe wiederholte es zu verschiedenen Malen, nach-dem ich es aufgehoben und zurück gesetzt hatte, wendete siehaber einmal doch links, und ging in der Mitte zwischen derLicht- und Dunkel-Seite vor. Ich schnitt ihm nun auch denrechten grossen 'Fühler ab. Es ging, nachdem es sieh Avie-dcrholt zurück gezogen hatte, und wieder hervor gekommenwar, nachdem es sich bald etwas rechts, bald etwas links ge-wendet, bald im Kreise sieh gedrcliet hatte, grade ins Dunkle,mit den untern Fühlern dicht über dem Boden fortstreifend,diesen von Zeit zu Zeit berührend. Ich schnitt dein Thicrcnach einander auch die beiden untern Fühler ab. Am 30. De-cember kam das Thier wieder hervor und zeigte dieselben Er-scheinungen, richtete dabei den Kopf und den Vorderthcil desHalses weit in die Höhe, die Stümpfe der Fühler weit vor-schiebend. Ich brachte es durch mechanisches Reizen des Fas-ses dahin, dass es sieh ganz zurück zog, zeichnete es, ver-schloss die Oeffnung durch eine angcfeuchtclc Schwcinsklase,die ich fest zuband, und legte das Thier in ein ungeheiztesGemach.

Ein 2tes Thier, dem ich ebenfalls am 22. die Deckel weg-genommen, verhielt sieh am 29. auf ähnliche Weise wie dasvorige, und hot im Wesentlichen nach dem Wegschneiden derehern Fühler dasselbe dar, nur dass es sich, nachdem ich zu-erst den linken grossen Fühler weg-geschnitten, stets nochentschiedener dem Lichte zu wendete, bis ihm auch der rechte