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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
Entstehung
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316
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316 Zwölftes Capitel.

Das 2tc der am 29. De ehr. der Fühler beraubten Thicrckam später als das erste aus seinem Hause hervor, und wen-dete sich nicht dem Lichte zu, wenn ieli ihm die Richtung indie Dunkelheit gegeben hatte. Die Schnecken besitzen alsoin ihren Augen, an den Spitzen der grossen Fühler, wennauch nicht das Vermögen Objekte zu erkennen, doch unzwei-felhaft Licht-Empfindung. Sie bedürfen ihrer um heim Ein-gehen in den Winterschlaf die Dunkelheit, heim Erwachendas Licht finden zu können.

Bei den Fischen ist, so weit die Beobachtungen reichen,die Empfindlichkeit nicht ganz aufgehoben. Beim Syngnathuskippocampus traten leichte Respirationshewegungen ein, alser im Wasser von Rusconi * *) geschüttelt wurde, obwohl ersonst sich nur wie ein todtcr Körper bewegte, und wenn dieKarpfenteiche zufrieren, so dürfen die Wuhnen dem Kessel nichtzu nahe gelegt werden, weil sonst die Fische dadurch beun-ruhigt werden, in die Höhe kommen und an das Eis frieren 1 ).

Nach Gleditsch) geben die Frösche während des Win-terschlafes äusserlieh fast keine Zeichen von Empfindung undBewegung. Die höchste Trägheit findet statt. Bewegungendes Magens und der Därme sind unmerklich oder fehlen. Ziehtman aber die Hinterfiisse auseinander, so leiten die Thicrc sieallmälig in ihre frühere Stellung wieder zurück, ln der Wär-me erwachen die Frösche, und fangen an sich zu strecken.Hält man sie iin Wasser, so setzen sic sich auf den Boden desGcfässes, dann schwimmen sie umher in der Mitte des Glases.In diesem halb erweckten Zustande trägt die Erregung desGcschlechtstriebcs zum weitern Erwecken sehr viel hei. Glc-ditscli stellte 3 Gläser, in deren zweien ein männlicher, in dc-

') Werkels Archiv.. 5, 1819, S. 269.

*) Bloch a. a, 0. Ir Tlieil S. 106.s ) a. a. 0. S. 26. ffg.