Buch 
Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
Entstehung
Seite
376
JPEG-Download
 

376

Dreizehntes Capilel.

Flüssigkeit, durch welche weder das gerötliete noch das hlaucLackmuspapici- verändert wurde.

In 8 Fällen, in denen der Magen ebenfalls leer war, nurgraulicht-bräunliche oder graulieht-serös-schleiinigc schaumigeFlüssigkeit enthielt, färhtc diese das rotlic Papier blau.

In 3 Fällen, in denen der Magen noch Speisen (hei einemalten Thiere Milch und Wcisshrod, hei 2 ') Neugehornen nochblin len, geronnene Milch) enthielt, hei einem in dem er Speisenund Heu, bei einem in dem er etwas Heu, hei einem in demer etwas Gras und Haare enthielt, färbte die im Magen ent-haltene Flüssigkeit das blaue Papier roth. Bei einem endlich,indem der Magen zwischen den Falten schaumige weissliehleFlüssigkeit und Galle enthielt röthete die Mageuflüssigheitdas blaue Papier. *

Es erhellt hieraus

1) dass das Secret des Magen heim Igel ausserhalb desWinterschlafes im nüchternen Zustande in der Regel alkalischreagirt,

2) dass fremde in den Magen gebrachte Stoffe wie Spei-sen, Haare, Heu, Gras und selbst Galle die Secretion einessäuern Magensaftes hervorrufen.

Der Chymus im Dünndarm erschien theils als eine weiss-graulichte, theils bräunliche, theils grünliche oder dunkelgrünehreiigte gallertartige Masse, färhtc fast immer das rothe Pa-pier stärker oder schwächer blau. Dasselbe gilt auch von derfeuchten innern Fläche der Darinschleimhaut, nachdem dieContenla entfernt waren. Nur in einem Falle fand weder al-

Spüler am 30« August 1844 fand ich hei zwei jungen, auch noch blin-den Thieren, denen die Mutter die Köpfe abgefressen hatte, den Ma-gen ebenfalls mit geronnener Milch gefüllt. Zwei Stunden vorherhatte die Temperatur des einen Thieres +15, die des andern +14i°U,betragen, in einer Lufttemperatur von +15 II. l$ei dem einen Thierewar weniger Milch und etwas Luft im Magen, bei dem andern warder Magen strotzend gefüllt. Heim ersteren wurde das blaue Papiersogleich sehr lebhaft, bei dem andern nur schwach geröthet.