Ursachen «nd Wesen des Winterschlafes»
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stcni aufgenommen wird, dem Blut analog betrachtet werden:kann, welches im Scorbut aus dem Gefässsystem geschiedenwird. Mit dem Winterschlaf Hessen sich noch manche andrekrankhafte Zustände vergleichen, wenn man verschicdne Win*terschläfer, oder verschicdne Grade des Winterschlafs als Ge*genstand der Vergleichung mit Krankheiten, im einzelnen oderganzen, machen wollte. Die vorne crw'achte, und hinten imWinterschlaf befindliche Marmotte Mangilis stellt eine Para-plegic, der Hamster im 2tcn Grad des Winterschlafs gewöhn*Heb den Tetanus dar. Im vollkommen entwickelten erstenGrad gickt er das Bild eines hohen Grades von Ilyperaesthe-sic. Die Beobachtungen von Czcrmack über den Beginn desWinterschlafs hei Mvoxus glis könnten zum Vergleich mitdem Wechscllicber, und die höchste Entwicklung des 3teaGrades des Winterschlafs in Beziehung auf Sensibilität zurVergleichung mit der Asphyxie führen. Rosina Exner ausStoekigt hei Greilfenberg in Schlesien '), 26 Jahr alt, befandsich vom 28. Octbr. 1823 bis zum März 1S26 in einem schlaf*süchtigen Zustand, sprach bis zum 2. Januar 1825 kein Wort,crw'achte nur von Zeit zu Zeit, und nahm dann etwas Milchund Brod zu sich. Während dieser langen Zeit waren dieanimalischen wie die organischen Functionen verlangsamt, oderaufgehoben, und in sofern stimmt diese Form der Schlafsuchtwenigstens mit den Grundzügen des Winterschlafes über-ein. Ich überlasse es jedoch andern, diese Vergleiche zu wi*derlegen oder weiter zu führen. Der Winterschlaf hit et-was vorn Foetus-Leben, vom Wachen Und vom Schlaf, vonder Schlafsucht und vom Wechselfieber, Vom Scorbut undvon der Cholera, von der Anaesthesie und Hypcracsthesie,dein Krampf, der Muskellähmung und dem Scheintode, aber esgiebt keinen andern Lehenszustand, weder einen normalen, bet
*) Vergl, Frorieps Notizen, Bd, 13. 1826. S. 19t. 192.
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