Naturgeschichtliche Thatsachen.
Geognoslisch-Geologisches.
Das auffallend Verschiedene im Physiognomischen der Höhen, vondenen man sich bei Heidelberg umgeben sieht, wird Keinen leichttheilnahmlos lassen. Im Wechsel sanft gerundeter, Wellen-ähnlichgestalteter Berge und Hügel, mit andern, die durch Kegel-Formen,oder durch schöne Felsen-Parthieen, durchsteile drohende Wändeausgezeichnet sind; in dem bald tief Gefurchten, bald flach Mulden-artigen von Schluchten und Thälern; in diesem Mannigfaltigen äus-serlicher Gestaltung, ahnet der F'reund der Natur eine gewisseUngleichheit des Gebirgs-Bestandes. F'iir den Unterrichteten, fürden Geologen, ist viel Interessantes, Belehrendes und Merkwür-diges vorhanden. Er wird sich neu angezogen fühlen zur plu-tonischen Meinung, gesteigert in seinem Glauben an diese Theorie,durch Anwendung derselben auf die hiesigen Granite und Por-phyre, und auf die gleichnamigen Gesteine an der Bergstrasseund im Odenwalde.
Zunächst um Heidelberg findet man, mit den jüngsten Ab-lagerungen beginnend, und zu den altern Felsmassen fortschreitend,mehrere Glieder moderner Bildungen, Sand, Gruss, Gerölle,Löss, ferner Muschelkalk und bunten Sandstein, undneben diesen neptunischenFormationen erscheinen, von plutonischeuGebirgsarten, Granite und Feldstein-Porphyre in grössererund geringerer Ausdehnung. *
Heidelberg ruht meist auf Diluvial-Ablagerungen, auf Sand,Gruss und Rollstücken; die Berge um die Stadt bestehen aus
Die geognostische Reise-Karte der Umgegend Heidelbergs vonBiiokn, so wie Kupsteirs geognostischc Karte des Odenwaldes und eini-ger angrenzenden Gegenden, sind bei naturbistorischen Wanderungennicht zu entbehren, und Buork’s Gaea Heidelbergensis (Heidelberg beiGroos 1 830) wird Mineralogen die befriedigendsten Aufschlüsse gewähren.
I.eorhard , Fremdenbuch. 1