Ueber Sinsheim nach Heilbronn und durch dasNeckarthal zurück
N eckargemünd.
Ein anmuthlger Weg führt durch die reizenden Windungen desNeckarthaies, wo stellenweise Granit-Felsen und Fluss nur für dieStrasse Raum liessen, nach dem reinlichen g'ewerh,samen Städtchen.Mit überraschender Lebendigkeit erscheinen, bei den öfteren Bie-gungen des Weges, stets neue Ansichten. Neckargemünd liegtgar lieblich in malerischer Gegend, da wo die Klsenz in den Neckarmündet. Vor dem neu und gut gebauten Thore, zur Rechten derHeilbronner Strasse, sieht man die niederen Trümmer der alten FesteReichenstein , welche die Kaiser einst „mit Gütern und Gefällen zuLehn gegeben.” Im Jahre 1622 wurde Neckargemünd von Tit.t/vim Sturme erobert; man weiss von vielen Gräueln, die hier ge-schehen sind. — Unter den AVirfhshäusern ist die Pfalz, auch umder schönen Aussicht willen, Reisenden besonders zu empfehlen.
Jenseit des Städtchens verlässt man den Fluss; der Charakterder Landschaft wird einförmiger. Bei Wissenbach y der erstenPoststation, ist die Grenze des bunten Sandsteines; nun folgt dasMuschelkalk-Gebiet. Die Gegend zeigt sich fruchtbar und wohl-bebaut; freundliche Thäler wechseln mit sanft gerundeten 'w aldigenBergen; die Wiesengründe sind von besonderer Schönheit; Feld-,Obst - und Gartenbau blühend. — Man durchreist mehrere statt-liche Dörfer: Mauer , Meckesheim und Zuzenhausen. In derNähe des lezteren Ortes finden sich die Trümmer einer Burg.
Sinsheim.
Das freundliche Landstädtchen ist sechs Stunden von Heidel-berg entfernt. — Wirthsliäuser: die drei Könige und der gol-dene Löwe.
* Jaecer’s Handbuch für Reisende in den Neckar-Gegenden (Heidel-berg; 1824.) und ausserdem die Reisebücher von Schreieer u. a. ■—■ An-sichten aus dem Ncckarlhale, gezeichnet und radirt von Baf.o. KleineAnsichten, gezeichnet von Mever, gestochen von Grape.