Leben in Heidelberg.
Gesundheits-Zustand’'.
Im Allgemeinen darf man Heidelberg zu denjenigen Orten zählen,welche durch einen sehr guten Gesundheits - Zustand ausge-zeichnet sind. Es gibt keine Krankheit, welche hier endemischherrscht; die Epidemieen, welche etwa Vorkommen, dauern nurkurze Zeit an, sind meist sehr gutartig und mild und breiten sichnicht besonders weit aus. Manche Krankheiten, wiez. B. Wech-selfieber, Gicht, Hämorrhoiden, Blutbrechen, Hypochondrie,Chlorosis u. a. kommen hier seltener vor, als an vielen anderenOrten, und so mancher Kranke, der von diesen und ähnlichenUebeln in seiner Heimath nicht befreit werden konnte, fand hierGenesung. Demungeaclitet kommen hier, wie an jedem ande-ren Orte, Krankheiten vor. Die Jahreszeiten äussern auch hierihre Folgen. Im Fn'ihlinge und Herbste sind Krankheiten, welchevon Erkältung abhängen, besonders Katarrhe und Rheumatismen,ziemlich verbreitet. Aber auch im Sommer gibt es Gelegenheit zuErkältung, besonders für diejenigen, welche nach Sonnen-Unter-gang aus der Ebene in das Thal und in die Nähe des Flusses zu-rückkehren. Im Winter, häutiger aber noch beim Nachlasse desWinters, im Februar und März, kommen Pneumonieen, Pleuro-pneumonieen und Pleuresieen vor, welche meist von gastrischenoder rheumatischen Erscheinungen begleitet sind, sich aber in denlezten Jahren zu einer ausgebildeten und weit verbreiteten Epidemienicht gesteigert haben. Lungensuchfen und ähnliche Krankheitender Brust sind hier nicht häufiger und verlaufen nicht schlechter,freilich aber auch nicht besser, als an anderen Orten. Von ört-lichen Ursachen scheinen sie niemals bedingt zu werden, sondernvon erblichen und anderen individuellen Ursachen abzuhängen.
* Mittheilung meines werthen Kollegen Pcchelt.