Reise nach dem Ueberrheine
Zu des Rheins gestreckten Hügeln ,
Hochgesegneten, gebreitenAuen die den Fluss bespiegeln,
Wein -geschmückten Landesweiten,
Moget mit Gedanken-FlügelnIhr den treuen Freund begleiten.
Goths.
2iu jenen Bergen, die so verheissend hinüberlocken auf das andereITfer des mächtigen Stromes, führe die dritte Reise. Wenige Tagesind zureichend für den Ausflug, und nicht leicht dürfte ein anderermehr Vergnügen und eine so heitere Stimmung gewähren.
Was frühere Reisende rühmen, die grosse Freundlichkeit undGastlichkeit der Bewohner, unter denen man sich bald heimischfühlt, das muss Jeder selbst erfahren. — Auch in wenig bedeu-tenden Dorf- Wirthsliäusern sieht man sich nicht selten durch eineBehandlung überrascht, die keineswegs zu erwarten war.
Unter allen Monaten würden wir, einer Reise nach dem Ueber-rheine wegen, dem Oktober den Vorzug geben. Nichts gleichtdem lauten fröhlichen Leben und Treiben in den Tagen der Wein-lese, besonders wenn die Erndte so reich ist, dass man Mühe hat,Gefässe in hinreichender Menge herbeizuschaffen. Der Bau desedelsten Gewächses ist eine der vornehmsten Beschäftigungenvieler Ueberrheiner; auf Weinbau beschränkt sich bei mancheneinzig der Fleiss. Mit unabsehbaren Weingärten, die fruchtbarnach allen Seiten sich ausbreiten, mit Rebenhügeln, sind Städtchenund Dörfer umgeben. Auf den Höhen bei Forst, Hambach u. s. w.gewährt es einen eigenthtimlichen Anblick, so weit das Auge
* Widder, Beschreibung der Pfalz; II. Theil. — Pauli, Gemäldevon Rheinbaiern. Frankenthal; 1817. — Hohn, Geographie von Baiern;1821. — Geographisch - statisches Handbuch von Rheinbaiern. Zwei-brücken; 1 828. — Kolb, statistisch-topographische Schilderung vonRheinbaiern, Speyer; 1831. — Reise-Bücher von Schreiber u. A.