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Fremdenbuch für Heidelberg und die Umgegend / von K.C. Leonhard
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Ausflüge in der Gegend um Heidelberg.

Nach Schönau und Neckar-Steinach.

Einer der Genuss-reichsten Ausflöge ist der nach der kleinenStadt Neckar-Steinach. Die Natur ist ungemein reizend in dieserGegend, und wenige Reisende lassen sie unhesucht. Wer Neckar-Steinach nicht zum Ziele seiner Wanderung macht, dem würdenwir den Umweg über Schönau Vorschlägen.

Schöna u *.

Von Ziegel hausen an steigt, so wie man das romantischeNeckarthal verlassen hat, die Strasse allmählig hoher und höher,bis sie, nach zwei Stunden Weges der übrigens bequem undmit Sicherheit fahrbar ist ins freundliche Schönauer Wiesenthalhinabführt welches dem Pflanzen-Freunde Schoenus f'uscus lie-fert und zum alten Flecken Schönau.

Als Gründer des einst reichen und berühmten Klosters, wovonnoch Trümmer zwischen niedrigen Häusern zu finden sind, wirdein Bischof von Worms, Buggo (oder Bdrkart) von Ahorn ge-nannt. Wie die Chroniken melden, so kam er um die Mitte desXII. Jahrhunderts in die Gegend. Er wählte das von hohen Ber-gen umschlossene Thal zur Erfüllung frommer Pflichten. Der hei-ligen Jungfrau zu Ehren wurde von ihm das Kloster Schönauyiaerbaut, und der Name, von der anmuthigen Lage entnommen{schöne Aue) , ist dem Orte verblieben. Die Mönche waren zu-erst Schüler des heiligen Bernhard, sodann Cisferzienser. VierJahrhunderte hindurch erhielt sich das Kloster, dem nach und nach| fünfzig Aebte vorstanden, und die Mönche machten sich sehr ver-I dient durch ihre Bemühungen um den Anbau der Gegend. KurfürstFriedrich III. räumte dasselbe 1563 Französischen Flüchtlingenein, die wegen Religions-Spaltungen und Glaubens-Noth ihr Va-

" C.r im Magazin von und für Baden I. B. S. 156 ff., und

ausserdem die unsern Lesern bekannten Schriften von Widder, Wundt u. a.

I/KORHAHD, Fremdenbuch. 13