verpflegt werden, einigermassen zu erleichtern, so wie auch Per-sonen aus höheren Ständen Gelegenheit zu gewähren, ihre Nieder-kunft sicher, bequem und ganz unerkannt abzuwarten. Dem Di-rektor sind untergeordnet: zwei Assistenten, von denen dereine, ein erfahrener Chirurg und geübter Geburtshelfer, den Un-terricht für die Hebammen repetirt, die Rechnungen der Anstaltfuhrt und die Geschäfte des Direktors, wenn dieser verhindert ist,versieht; der andere wird aus den Schülern genommen, wohnt imGebärhause, assistirt dem Direktorbei seinen Kranken-Besuchenu. s. w., ist bei allen Geburten gegenwärtig und führt das Tage-buch der Anstalt. — In dieser Anstalt befindet sich eine Sammlungvon Instrumenten und Apparaten, die theils dem Institute angebo-ren, theils Eigenthum Naegele’s sind. Auch besizt derselbe eineSammlung weiblicher Becken, die ebenfalls im Gebärhause, aufge-stellt ist, und in obstetrizischer Beziehung so merkwürdige Exem-plare enthält, wie keine Sammlung, soviel zur öffentlichen Kenut-niss gekommen, aufzuweisen hat.
I Landes- Irren-Anstalt*.
Im Jahre 1826 wurde die Anstalt von Pforzheim nach Hcidel-\ bery verlegt. Das in einfachem und edelem Style, ursprünglich zueinem Jesuiten-Konvikte solid erbaute, Haus, bei dessen Anblickä i Wenige die Bestimmung ahnen mochten, bildet ein Corps-de-logis; mit zweien gegen die Strasse vorlaufenden Flügeln. Ein anderer,
i- mit der Haus-Kapelle, befindet sich auf der hinteren Seite des Ge-
»r bäudes. Südlich von der Anstalt, auf einer Terrasse des Berges,
ä- ist ein kleiner, abhängiger Garten; östlich von ihr ein etwas grüs-
Ler serer. Zwischen lezterm Garten und der Anstalt, von dieser durch
le- einen Hof getrennt, ist ein eigenes, zur Wohnung des Verwalters
ht, bestimmtes, auch die Geschäftszimmer, die Bäder und Magazine
eit, enthaltendes Gebäude. Das Institut ist zur Heilung und Verpfle-
iilfe gung der Irren des Grossherzogthums bestimmt, aber nicht gross
<ie- genug, sie alle aufzunehmen. Dermalen"* sind 208 — 210 Irren
— in der Anstalt. Die Zahl der männlichen Irren übersteigt stets jene
licht der weiblichen. Vom 23. Juni 1826 bis zu Ende Dezembers
;li in 1833 wurden 319 Irren aufgenommen; 115 entliess man geheilt.,
{legt. und 18 gebessert; 76 wurden auf andere Weise versezt und 104
c lien, starben. Die Irren werden in der, den Forderungen des Jalirhun-
■ennte derts entsprechenden, Weise, menschlich und wolilthätigbehandelt,
deren Ketten und Schläge, mit denen man in trüber Zeit das Unglück
eltlicb if Jii lt {, e i] un g des Hru. Dr. Roller. ** April 1 834-