109
Sammlung' enthält theils Gegenstände des Römischen Alter-thums, theils des Mittelalters
* Nach der Mittheilung eines Sachkundigen Freundes sind die Vor-r’äthe gegenwärtig recht bedeutend. Die Römischen Alter th ümerwurden meist in den Umgebungen Heidelbergs und an dem nahen Rheinegefunden, zu Schriesshcim, Ladenburg , Schwezingen, Alirip u. s. w., underlangen dadurch für die Lokalgeschichte eine eigene Bedeutung, als dieältesten Zeugen des Aufenthaltes der Römer in unseren Gegenden. DieSammlung enthält ausser den Münzen an hundert zwanzig Stücke derverschiedensten Art, darunter Geräthschaften jeder Art, meist in Bronze,und gut erhalten, zahlreiche Waffen, wahrscheinlich aus dem erstenund zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, Pfeilspizzen,Dolche, und dgl., Opfermesser, ein sechs und zwanzig Pfund schwe-res Sch werdt aus Vespasian’s Zeit, mclireres Hausgerathe von ver-schiedener Art und Grösse, auch eine kleine sehr gut gearbeitete Reiter-statue in Bronze, mit einer Griechischen Inschrift, welche sie als dasWerk eines Rünstler’s Onctor erkennen lässt; ferner Lampen mit merk-würdigen Verzierungen, Aschenkrü ge, Salbgefässe, Thränen-fläschchen, Schalen, darunter eine, welche mit Silber eingelegtist und in Trier gefunden wurde; die Ascbenkriige, so wie die übrigenthönernen Gefässe, zeichnen sich durch Leichtigkeit und Nettigkeit derArbeit aus, sie sind meist von dem Thon, welcher zu Zahlbach bei Main zgefunden wird, also von inländischer Fabrik; endlich Bodenstücke mitArabesken und Reliefs, Legions-Steine und zwar der vierten und der zweiund zwanzigsten Legion, weichein diesen Gegenden stationirt waren. —An Römischen Münzen besizt die Sammlung wohl dreihundertStück, meistens in den oben bezeichneten Orten gefunden, darunter zweivon Gold und sechs von Silber; die übrigen von Kupfer; sie gehörensämmtlich der Römischen Kaiserzeit an. Ueberdem mehrere Siegelringevon Soldaten der genannten Legionen. — Der grösste Reichthura derSammlung besteht aber in Gegenständen des Mittclal tevs. Hierfinden wir Waffen jeder Art, wie sie zur alten Kriegsrüstung und zumRitterkostüm gehörten, als Schwerdter von verschiedener Art, Mes-ser und Dolche, S t r e i t ko 1 b e n , 51 o r g en s t e rn e , Hellebar-den, Schilde, Helme (achtzehn Stück, darunter zwei von getriebe-ner Arbeit), zwei Panzerhem den, Handschuhe, Spornen,Bogen, Pfeile, A rm b rüste u. dgl« m. Daran schliesst sich auch einevollständige Gewehr-Sammlung von der ersten Entstehung derFeuergewehre an bis zur neuesteu Zeit; dass darunter manche mit treffli-cher in Holz und Eisen eingeschnittcner Arbeit sind, bedarf kaum einerbesonderen Erwähnung. Zu dieser Sammlung von Waffen kommen aberauch noch aridere Gegenstände der Kunst hinzu; mehrere treffliche Ar-beiten aus Elfenbein, darunter ein Crucifix aus dem Jahre 1238mit dem Wappen Friedrichs des Siegreichen, auf dessen Sarg in demehemaligen Franziskaner-Kloster zu Heidelberg ehedem stehend; einJesukindlein, mehrere Heiligenbilder, darunter eines den St. Georgzu Pferde darstellend, aus dem vormaligen Dcutscli-Ordensbause zuMergentheim. Dann auch manches Hausgeräthe, aus Elfen-bein geschnitten: als Messer, Löffel, Gabeln mit Figuren u. dgl. m.In einem Schrank, aus Worms herrührend, findet sich eine treffliche