Buch 
Fremdenbuch für Heidelberg und die Umgegend / von K.C. Leonhard
Entstehung
Seite
258
JPEG-Download
 

258

am südlichen und nördlichen Alpen-Gehänge, oder wie jene ln denEbenen von Nord-Deutschland. Auch werden dieselben nicht übernachbarliche Thäler zerstreut gefunden, nicht ausserhalb dem Be-reiche des Odenwaldes. Sie sind auf einzelne Punkte beschränkt,wo der Syenit bis zu Tage hervortritt. Es kann folglich hier nichtvon Wurfkräften die ltede seyn, nicht von Ausschleuderungen,nicht von schlammigen Eruptionen , oder von Eisgängen, durchwelche die Blocke herbeigeführt worden. Eine grosse Gewalt,die vom Inneren nach dem Tage hin wirkte, muss die Massen andie Stellen gebracht haben, w-elche sie noch einnehmen. Es istnicht undenkbar, dass unterhalb des Syenits Basalt- oder Porphyr-Auftreibungen statt gehabt, ohne dass diese den Tag erreichten;sie blieben verdeckt unter mächtiger syenitischer Hülle. Aber einTheil der bereits gebildeten, der schon fest gewordenen Syenitewurde durch jene vulkanischen Gesteine, in den Spalten-ähnliclienRäumen, durch welche sie aufstiegen, hoher aufwärts gedrängt,über das Niveau des Syenits hinaus gestossen. Wasser und Witte-rung, begünstigt durch Absonderungen und Zerklüftungen, trenn-ten nach und nach die Theile; die Massen brachen zusammen.

Tc« feist ei n. Porstei n. II och stein.

Schon aus der Ferne erblickt man die abentheuerlichen Gestal-ten der Quarzfelsen unfern 'Reichenbach. Die w r eisse Farbe, dasZerrissene und Gezackte der Massen, ihr freies Hervorstehen,machen sie von weitem kenntlich. Die einzelnen Parthieen, derT eufeistehl, der Porstein und der Hochstein oder Hohenstein ,liegen alle in einer Richtung aus 0. nach W.; es sind ohne Zweifeldie Ausgehenden (das zu Tag Tretende) eines und desselbenmächtigen Ganges. Der Teufelstein führt ins Geisterreich.Wanderer sollen in Einbildungskraft befangen, getäuschtdurch Nebel-Senkungen, durch Wolken und Schatten wähnenGespenster hier gesehen zu haben; Gelage von Spuck-Gestalten,denen die Klippen als Tafeln dienten u. s. w. Die nackten Fels-wände, welche, tritt man ihnen näher, täuschend wie theilweiseeingestürzte Mauern aussehen, ragen hoch über den Boden hervor,stellenweise 50 Fuss und mehr. Sie stehen senkrecht, oder neigensich unter Winkeln von 80 bis 85 Graden gegen Süden. IhreStärke (Mächtigkeit) beträgt 7 bis 10 Fuss; aber ältere bergmän-nische Arbeiten, die hier verführt worden , sollen dargethan haben,dass die Felsen in 60 Fuss Tiefe über 32 Fuss mächtig sind. Inder Umgegend findet man noch viele grössere und kleinere Quarz-Blöcke einzeln zerstreut. Das Gestein ist körnig, ltrystallinisch und